Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 11 (1908)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 44 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3111067-3111088-3114447--2857-3114512- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
44 Mischna, die übrigens charakteristisch ist für die rabbinischen Studien christlicher Theologen, und die für archäologische Arbeiten sehr wichtige Dissertation von A. Rosenzweig: Das Wohnhaus in der Mischna. Dagegen hat das Buch von L. Landsberg über Tannairn und Arnorairn nur geringen historischen Wert. Von I. Theodors kritischer Ausgabe des Niäraseb Rabbab ist die dritte Lieferung erschienen. Eine englische Uebersetzung dieses Midrasch hat rnan in Amerika begonnen. August Wünsche, der ja auf diesem Gebiete seine Kraft wiederholt erprobt, hat in einem Buche unter dem Titel: Aus Israels Lehrhallen die Uebertragung der sogenannten kleinen Midraschim, die ein lebhaftes historisches Interesse in Anspruch nehmen, begonnen; für populäre Zwecke ist der talmudische Sammelschatz von F. R. Landau zu gebrauchen; der Vortrag von J. Gossel über den Talmud gibt weiteren Kreisen ein anschauliches Bild von der Geisteswelt jener Zeit. Zwei Sammlungen von Erzählungen und Legenden aus Talmud und Midrasch von R. Montague und Samuel Rappaport illustrieren diese seltsame und eigenartige Welt in wirksamer Weise; auch das Buch des unermüdlichen E. Bischofs, dessen Talmudkatechismus nun auch in holländischer Ausgabe erschienen, ist zu erwähnen: Babylonisch-Astrales im Weltbilde des Talmud und Midrasch. Das durch alle diese Arbeiten die Religionsgeschichte der Menschheit wesentlich gefördert wird, bedarf wohl keiner Bekräftigung. Es versteht sich von selbst. Wie weit steht es aber mit der Erkenntnis unserer eigenen Religionsgeschichte? Hier haben wir den Kamps auf zwei Seiten zu führen, gegen die moderne christliche Theologie sowohl wie gegen die Naturwissenschaften. Für die christliche Theologie, ist nur das Judentum der Vergangenheit interessant und wichtig; für uns aber sind Gegenwart und Zukunft augenblicklich, wenn möglich, noch von größerer Bedeutung, und unsere Aufgaben sind uns nach dieser Richtung hin klar vorgeschrieben. Ein sehr verdienstliches