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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1908-01-01 · 11 (1908) · p. 43

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
11 (1908)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1908-01-01
Page
43 (sequence 19)
Language
German
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43 Beeinträchtigung unserer historischen Rechte entschieden Front zu machen, auf der anderen Seite aber die kritische Bearbeitung der Quellen zu fördern, aus denen die Erkenntnis der Geschichte jenes merkwürdigen Zeitalters am klarsten hervorgeht. Es ist sehr traurig, daß unser moderner Bileam, Paul de Lagarde, bis auf den heutigen Tag mit seiner Klage gegen die Juden wegen einer kritischen Talmud-Ausgabe recht behalten hat. An Vorarbeiten fehlt es ja nicht. Auch in diesem Jahre ist manches Wertvolle geleistet worden. Von M. Petuchowski's Uebersetzung und Erklärung der Mischna ist Lieferung 36. (Nodarim-NaZir), von L. Goldschmidt's Uebersetzung des babylonischen Talmuds der sechste Band vollständig erschienen, der die Traktate Baba Quamma, Baba Mecia und Baba Basra umfaßt. Vor: seiner neuen kritischen Ausgabe des jerusalemischen Talmuds hat A. M. Luncz die erste Hälfte des Traktats Berachot in sehr guter Ausstattung herausgegeben. B. Rainer setzt seine Sammlung von Varianten und Textergänzungen fort. Er hat diesmal die Traktate Kilajim und Maaserot behandelt. Großes Aufsehen erregte die Ausgabe zweier bisher nicht existierender Traktate (Chiilin und Bechorot) des jerusalemischen Talmuds aus alten Handschriften durch I. Friedländer. Ueber die Echtheit des Fundes wird gegenwärtig, noch viel gestritten; bedeutende Gelehrte wie Bacher, Rainer u. a. stehen dem Funde sehr skeptisch gegenüber, andere wie L. Grünhut halten ihn für echt. Daß auch die nichtjüdischen Theologen sich mit diesen Studier: ernsthafter zu beschäftigen beginnen, ist inrmerhin ein großer Vorteil für die Sache. Namentlich Paul Fiebig ist unermüdlich darin, die evangelischen Theologen zum Studium des Talmuds heranzuziehen und vorzubereiten. Von seinen ausgewählten Mischna-Traktaten in deutscher Übersetzung ist jetzt Abodah Zarah, übertragen von P. Krüger, ausgegeben worden. Der Kommentar läßt allerdings manches zu wünschen übrig. Zur Charakteristik der Mischna sind auch zwei wertvolle Schriften zu verzeichnen, die Studie von G. Aich er, das Alte Testament in der

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