Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 11 (1908)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 38 (sequence 14)
- Language
- German
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38 Einleitung in das alte Testament von W. H. Green ist ins Deutsche übersetzt worden. Ein biblisches Lexikon hat M. Hagen herausgegeben. Eine Arbeit von F. Wilke beschäftigt sich mit Abraham, nicht weniger als drei mit Moses, u. zw. von Haller, Reiner und Gesell. (Die letztere stellt einfach die Frage: Kannte Moses das Pulver? als thema probandum auf). Von Einzelforschungen seien erwähnt die ausgezeichnete Schrift von F. Bennewitz: die Sünde im alten Israel, ferner die Untersuchungen von A. Bosse zum chronologischen Schema des alten Testaments, von Reville über den biblischen Prophetismus, von F. Schwally über die biblische Schöpfungsgeschichte, von Crampton über die Bibel und ihre Kritiker, von Henson über die Zukunft der Bibel, von König über den Dekalog, von Küchler über die Stellung des Propheten Jesaia zur Prophetie feiner Zeit. G. Hob erg hat über die Pentateuch-Frage vom katholischen Standpunkt aus gehandelt, N. Peters über Papst Pius X. und das Bibelstudium, C. A. Briggs und F. v. Hügel über die Papstkommiffion und den Pentateuch. Den katholischen Forschern wird durch das ignis ardens in der letzten Encyklika die Bibelforschung sehr erschwert. Charakteristisch für die Extravaganzen der Bibelkritik sind die Werke von A. Pfeiffer über das Prophetentum und von H. Grimme: Das israelitische Pfingstfest und der Plejadenkult, letztere Schrift allerdings nur, um zu zeigen, wohin der gegenwärtige Parallelismus führen muß. Grimme bemüht sich nämlich mit allem Eifer nachzuweisen, daß das Wochenfest in letzter Linie im babylonischen Plejadenkult wurzle, aber ein halbwegs überzeugender Beweis gelingt ihm nicht. I. Hehn hat nämlich in seiner Schrift über die Sieben-Zahl und den Sabbat bei den Babyloniern und im Alten Testament einfach nachgewiesen, daß die „böse Sieben" der Babylonier garnicht die Plejaden find. Und damit stürzt das Gebäude Grimmes nach der-babylonischen Seite hin zusammen; nach der biblischen ist es überhaupt garnicht zur Ausführung gekommen. Sehr interessant ist eine schwedische Veröffentlichung über Pocken im Alten Testament