Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 11 (1908)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 34 (sequence 10)
- Language
- German
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34 Bereits ist die Befestigungsart dieser Stadt sestgestellt, und es ist auch durch eine größere Anzahl von Einzelfunden der Beweis geliefert worden, daß vieles irn Innern derselben alle Stürme der Eroberung und der Zeit überstanden hat. Auch die Ausgrabungen in Gezer — Abu Shusheh — die H. Macalister für den Palestine Exploration Fund 1902 begonnen, bis 1905 fortgesetzt und dann zu Beginn dieses Jahres wieder ausgenommen hat, bringen ungeahnte Entdeckungen. Keine andere Ausgrabungsstätte Palästinas läßt sich an Wichtigkeit und Interesse mit Gezer vergleichen. Alle Charakteristika der kanaanitischen Städte, wie Gräber, Hochplätze mit Mazzebas, Bau- und Fundamentierungsopser, Befestigungsmauern mit Toren und Durchlässe:, babylonisch-assyrische Kulturreste und endlich sogar ein Tempelsaal, der die Simsongeschichte erklären läßt — aus Steinpsosten Holzsäule:, die die Decke tragen — und eine Makkabäerburg sind zmn Vorschein gekommen. So spielen in der zusammensassenden Literatur über Kanaan, wie in Sellins ausgezeichneter Schrift: Der Ertrag der Ausgrabungen im Orient für die Erkenntnis der Entwicklung der Religion Israels, in Bliß The development ot Palestine Exploration, sowie in dem neuesten Standardwerk über das alte Palästina des Pere Vincent: Canaan d’apres Fexploration reeente die Ausgrabungen von Gezer eine bedeutende Rolle. Es liegt auch ^ein neuer Bericht Macalisters über die im Jahre 1907 fortgesetzten Ausgrabungen vor. Gegenüber solchen merkwürdigen Funden, die geeignet sind, einen großen und wichtigen Teil unserer Vorstellungen und Ansichten gänzlich umzustoßen, könnte vielleicht Manchen die Arbeit der Forscher, die sich noch immer in unverminderter Teilnahme der Bibelwissenschaft zuwendet, fast kleinlich, erscheinen. Aber das wäre sehr falsch. Diese Wissenschaft wird ihren Wert und ihre Bedeutung niemals verlieren. Mag auch die Erschließung der Schätze des alten Orients durch immer neue Aus-