Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Mischpoche
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 66)
- Language
- German
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Cinquecento besonders befasse, ein künftiger Privat-- dozent der Berliner Universität nötig sei, wenn er dabei noch ein junger, tüchtiger, bescheidener Mann ist, so set das kein Hindernis. . . ." Eine Blutwelle rötete das liebliche Antlitz Dorotheas. . . . Betroffen sahen die Geschwister sich an. — „Und morgen ist auch noch ein Tag . . ." rief Frau Sofie. ... „Auf morgen denn . . . gute Nacht meine Kinder . . „ gute Nacht!" „Gute Nacht, Papa!" „Gute Nacht, Mama!" Auf dem Nachhausewege sprachen die Geschwister über den Abend und die vielfachen Eindrücke, die er gebracht. Sie fanden die Eltern sehr verändert. In den ersten Stunden der Ankunft hatte sich das Glicht so bemerklich gemacht. Die Freude des Wiedersehens hatte die Schärfe ihres Blickes getrübt, die Aufregung der Eltern hatte diese lebhafter und darum frischer erscheinen lassen. Erst heute im Laufe des Abends hatte es sich wiederholt gezeigt, daß sie recht gealtert waren in diesen Jahren. „Einer mochte es am andern nicht so wahrgenommen haben . . .", meinte Georg, „wenn man so nebeneinander lebt, bemerkt man diese allmählich sich vollziehenden Wandlungen kaum. . . ." „Und Dorothea ... nie schrieb sie etwas darüber. . . „Auch ihr, die unausgesetzt um die Eltern war, konnte es leicht entgangen sein und dann, sie waren ja eigentlich nicht krank ..." „Vielleicht ist es auch nur eine vorübergehende Ermüdung ... sie sind aus der Ruhe und Abgeschlossenheit der letzten Jahre wieder in den großen Familienkreis versetzt, mit seinen vielfältigen Interessen und Ansprüchen . .." sagte Arthur. „Bei Mama, glaube ich wohl, daß es so sei, aber Papas Gesundheit hat augenscheinlich gelitten . . . ." erwiderte Betty sehr ernst, „wir dürfen uns das nicht