Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Mischpoche
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 51)
- Language
- German
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252 „Wieso Schmerbauch?" fragte Dorothea mit naivem Staunen. Alle lachten. „Weil seine Ahnen sicherlich Schmerbauch geheißen, bevorer mit der Taufe den Namen Sperling angenommen hat . . „Sperling klingt auch wirklich gar nicht semitisch," sagte Dorothea, „niemals wäre ich auf so was gekommen ..." „Gott, leicht ist es auch nicht, besonders wenn man die hagere Gestalt Sperlings sieht, an den Schmerbauch feiner Ahnen zu denken," lachte Betty, „aber darüber erfahren wir nun noch immer nicht, was der gute Schwiegersohn erzählt, und wie es Berlin glossiert. Ich erteile hiermit Georg das Wort zu zusammenhängender Berichterstattung . . . Unterbrechungen strengstens verboten . . . vorbehaltlich . . . also . . „Ja, also die Taufe fand in Wörlitz statt." „Dem von den Wucherern zurückeroberten Stammgut . . ." unterbrach Betty. „Du! So kommen wir wirklich nicht weiter . . . Hast Du nicht selbst gesagt, Unterbrechungen verboten . . ." brohte Max. „Wahrhaftig! Von nun . ab' höre ich aber ganz -andächtig zu . . . denn jetzt betreten wir — die Kirche." „So ist es! In der kleinen, romantisch von Buchen überschatteten Kirche, die sich rechts, von dem stillen Mrchhof erhebt, auf dem sich auch die Grabkapelle derer von Wörlitz befindet, fand die feierliche Handlung statt. Pastor Stehde empfing die Täuflinge am Altar und reichte ihnen die Hand, die Maria mit tiefer Rührung küßte. Die Taufzeugen waren Fräulein von Kobold, -eine Tante Gottfrieds, Hans, Egon von Wörlitz und Direktor Sperling . . ." „Schmerbauch! . . ." „Betty! . . . Sie legte lachend den Finger an den Mund. „Die Täuflinge empfingen die Namen: Maria, Elisabeth, Louise und Johannes, Friedrich, Adalbert. . ."