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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1907-01-01 · 10 (1907) · p. Seite 251

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
10 (1907)
Article
Mischpoche
Date
1907-01-01
Page
Seite 251 (sequence 50)
Language
German
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261 Glacehandschuhen wird sich die Sache nicht behandeln lassen ..." „Will ich auch nicht, kann ich auch nicht . . rief Georg, „einen ganzen Sack von Neuigkeiten habe ich mitgebracht und trage schwer daran . . ." „Ja, aber Papa und Mama müssen unbedingt geschont werden," mahnte Dorothea. „Gott, selbstverständlich wird man ihnen nicht den ganzen Tratsch auftischen und ihnen alle die Lächerlichkeiten erzählen, mit denen das liebe Berlin-Tiergartenviertel sich jetzt amüsiert, aber Euch muß ich sie vorsetzen, sonst platze ich . . ." „Also, man zu . . ." lachte Betty, „ich brenne vor Neugier, und mich mit 'ner Trauermiene wegen unserer protestantisch-aristokratischen Mischpoche hinzusetzen, habeich keine Lust. Ich will die Sache auch von der heiteren Seite sehen, also, los, Georg, mein Ritter . . . Was sagt man zu dieser Staatsaffäre oder richtiger zu dieser Staatsreligionsaffäre? . . ." „Man räsoniert und man mokiert sich. Alle Welt aus unserer Welt spricht davon, so weit sie nicht glücklicherweise schon verreist ist. Aber die noch in Berlin Anwesenden haben wenigstens für die Laiscm morte einen überlebensgroßen Skandal, den sie nach allen. Dimensionen abgrasen ..." „Ist ja grade die Zeit der Heuernte!" „Au, Betty!" rief Max. „Na, wenn Du darauf bestehst, nehmen wir den Fall feierlich . . ." „Das war er auch, wie Sperling an der Börse versicherte. Niemals hätte er einen Taufakt von gleicher Feierlichkeit erlebt, als diesen, an zwei reifen, gealterten Menschen vollzogen ..." „Pfäh! lachhaft, wenn Du nicht bald aufhörst, mit Deinem Blödsinn . . ." mahnte der Bruder. „Allen Ernstes, Max, das hat Herr Direktor Sperling, alias Schmerbauch, mit dem ihm eignen Pathos wirklich gesagt ..."

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