Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Mischpoche
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 47)
- Language
- German
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248 noch einmal so gut und auch die klebrigen genossen das volle Behagen des schönen Abends. Max erzählte. Das Geschäftliche in allen Einzelheiten wollte er morgen dem Vater berichten. Es war alles weit über jede Erwartung leicht und günstig abgelaufen. Der Präliminarvertrag war entworfen, es gab kaum eine Konzession, die, man dem Hause Gebrüder Löwenberg nicht gemacht hätte, kaum, einen Wunsch, den man nicht erfüllt hätte.- „Deshalb bin ich gekommen, um Dir, Vater, alles persönlich zu berichten. . . ." „Hörst Du, Betty,, nur deshalb", flüsterte Georg der Schwägerin neckend zu, „Und dann ... ich habe Onkel Julius noch heute Vormittag gesprochen ..." Alle horchten auf. In die Heiterkeit der Stimmung trat ein augenblicklicher Ernst ein und ein düsterer Schatten flog über das Antlitz des eben noch befriedigt den Mitteilungen des Sohnes Lauschenden. „Vielleicht, Max . . . es ist spät . . ." suchte die Mutter vorzubeugen. „Laß ihn nur reden, liebe Sofie . . . man geht unangenehmen Dingen nicht aus dem Wege, wenn man die Augen zukneift und wenn man mit einer Sache auch fertig zu sein glaubt, so kann man weder verhindern, daß sie innerlich in uns nachvibriert, noch daß sie in äußerlichen Forderungen uns beschäftigt. Es war vorauszusehen, daß mein Bruder Dich zu sprechen verlangen würde ..." Das erste Mal seit jenem Tage hatte er „mein Bruder" gesagt. Sie sahen sich betroffen an, und Mar sagte etwas unsicher: „Ich fand, als ich heute früh ins Kontor kam, einen Brief vor, in dem er schrieb: Mein Rechtsanwalt, Notar Dr. Fröhlich, ist mit allen Vollmachten ausgestattet, die zur Umwandlung unseres Geschäfts in eine Aktiengesellschaft erforderlich sind. Ich erkläre mich mit den Absichten und Anordnungen Deines Vaters einverstanden und füge mich in Allem seiner Einsicht. Euer Anwalt, Notar Dr. Behrens, hat mir die nötigen Mitteilungen geniacht und daß Du persönlich