Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Mischpoche
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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244 „Ja, die Rosenzweigs! Da ist keiner über! Wenn von der Seite sich einer bei ihm meldet, ist's wenigstens immer ein Professor, oder ein Regierungsrat, oder ein . . . . oder ein . . . ." „Aber Samuel .-. sie hielt sich scherzend die Ohren zu, „ist es auch ... ist es auch. Glauben Sie mir, lieber Vetter, der reine Neid spricht aus ihm . . " sie nahm seine Hand, streichelte sie zärtlich und sah ihn mit treuen, innigen Blicken an, in denen eine Welt von Verehrung für den geliebten Gatten lag, „übrigens immerhin, die Löwenberg-Seligsohns können sich auch schon sehen lassen, und was aus dieser Linie kommt . . „Na, Kinder, wir wollen uns doch hier keine Komplimente machen. Mit einem Worte: ,-Mischpoche ist Mischpoche, hat Dein seliger Vater gesagt, lieber Moritze und wenn sie sich manchmal etwas diskreter verhielte, könnte es gerade -nichts schaden, aber es muß auch so gehen. Wenn es auch nicht immer die angenehmsten sind, die darauf pochen und uns der Ehre ihrer Verwandtschaft würdigen. Der Kreis ist heute so groß, so erweitert, daß die, die etwas geworden sind und etwas vermögen, die andern mit sortziehen können. Die großen Schleppdampfer mit ihrem Anhang, wie wir sie hier täglich sehen! . . . Er wies hinaus auf das Meer, wo eben ein großes Schiff vorüberzog. „Die unserer begehren aus unserm Stamme, weil sie zu schwach waren und sind, um allein vorwärts zu kommen,- bedürfen so wenig in ihrer Armseligkeit. Was wollen und erwarten sie denn vom Leben, ihnen ist wirklich leicht geholfen und die werdenden ... die ausschreitenden, denen muß geholfen werden . . . sind sie doch nur Glieder in der Kette dev Schleppschiffe, die weiterziehen . . . immer weiter! Das ist nun einmal das Los und der Sinn der Mischpoche und ich denke, man soll sich seiner nicht entäußern so lange Juden nur auf Juden angewiesen sind . ..... ." Mit erhobener Stimme sprach er die letzten Worte. „Ich wollte, man hörte Deine Stimme weit hinaus . . ." rief der Rabbiner in freudiger Zustimmung. „War das nun einer aus der Mischpoche der Löwen-