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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1907-01-01 · 10 (1907) · p. Seite 229

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
10 (1907)
Article
Mischpoche
Date
1907-01-01
Page
Seite 229 (sequence 28)
Language
German
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229 Wie ein keusches Licht strahlte es in seinen Augen, ./„daß/ ich es nur bekenne, mit Stolz und Freude bekenne, ich liebte Soxel, meine Braut, mein Weib, mit jener/mir selbst? erst allgemach zum Bewußtsein gelangenden Liebe, die damals in Judenhäusern nicht, als die Grundbedingung der Ehe galt . . ." „Und heute?" fragte lächelnd der Rabbiner. „Heute? Ich fürchteheute ist man vielfach schon wieder darüber hinaus ... ." antwortete er mit Bitterkeit. Beide sahen in Gedanken versunken auf das im Sonnenglanz äufblitzende Meer. „Ich will zu Ende kommen," sagte LerKommerzienrat, nach der Uhr blickend, „es ging uns sehr gut und , die beiden meiner Verheiratung folgenden Jahre sahen uns in höchstem geschäftlichen Aufschwung. Als wäre mit Sorel Rosenzweig das Glück bei uns eingezogen, waren alle unsere Unternehmungen von größtem Erfolg begünstigt. Wir konnten es ohne. Ueberhebung wagen, uns bei den großen Unternehmungen zu beteiligen, die den Baumwollenmarkt damals in Aufregung versetzten und von Amerika aus, für unfern Handel ganz neue Gesichtspunkte eröffneten. Wir waren jung, standen mitten in der Bewegung, der diehervorragendsten, zuverlässigsten, sichersten Kaufleute und Industrielle unserer Branche sich angeschlossen hatten . . . nichts war zu befürchten, kein Wölkchen trübte den Himmel," sein Atem ging rascher und in sichtlicher Erregung sprach er weiter: „Unser erstes Kind war geboren, nun galt es, eine Familie, eine hoffentlich wachsende Familie, reich zu machen . . . groß zu machen . . . welche Hoffnungen, welche Perspektiven erschlossen sich da . . . Ein einziger Tag vernichtete alles ... Es war jener unheilvolle Tag der berüchtigten Baumwollkrise auf dem New-Dorker Markt, der auch für die deutsche Baumwollindustrie verhängnisvoll wurde. Ueberall stürzten die angesehensten Firmen, nichts schien mehr sicher, nichts bot Halt und Gewähr, daß ich es mit Schmerzen bekenne," er barg sein Gesicht von der Erinnerung überwältigt in seinen Händen, „auch wir standen

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