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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1907-01-01 · 10 (1907) · p. Seite 218

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
10 (1907)
Article
Mischpoche
Date
1907-01-01
Page
Seite 218 (sequence 17)
Language
German
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218 „Ja wirklich, wir müssen gehen. Ich vergaß wahrhaftig, daß wir heute Abend Besuch erwarten. Leutenant von Wörlitz und Herr von Hammersteg haben sich angemeldet" . . . Da niemand etwas dazu bemerkte, setzte sie hinzu: „Ganz gemütlich sn famille, zum Abendbrot. . . sie sind im Tattersal immer mit Else und Rita Meierstein geritten ..." wieder nahm man chre Mitteilung stillschweigend an, aber das bemerkte sie kaum und fuhr fort: „Sag' mal, Sofie, was glaubst Du zu so 'nem kleinem menu, en petit comite, man kann nach Caviar en assiette doch ganz gut jungen Hasen geben, so Anfang Oktober ist das doch noch eine primeur mit Champagnerkohl und dann ..." Die Brüder verabschiedeten sich. „Du bist -doch ein Kenner, Samuel, was meinst Du," sie reichte chm die Hand, „ich denke, es ist eine ganz gute Zusammenstellung, und junger Hase, jetzt wo die Jagd kaum begonnen ..." „Ganz gewiß! Aristokraten lieben immer Jagdreminiszenzen!" „Nicht wahr!" rief sie befriedigt, sie hatte gar kein Verständnis für seine Ironie. Sofie sah ihn bittend an. Er hatte ihre stumme Bitte verstanden und nickte zustimmend. „Adieu, lieber Julius!" „Adieu! Kommst Du morgen ins Kontor?" „Natürlich! Auf Wiedersehn, Frau Schwägerin, und viel Vergnügen für heute Abend!" „kckoroi und auf baldiges Wiedersehn!" antwortete sie in sehr guter Laune. „Auf Wiedersehn, liebe Marie, grüße die Kinder! . . ." Sie waren gegangen. „Armer Bruder!" sagte der Kommerzienrat und ließ sich wie ermüdet in einen Sessel nieder. Sofie war neben ihn getreten und legte wie beschwichtigend ihre Hand auf seine Schulter. „Sie macht ihn lächerlich und kompromittiert uns alle . . ." „Sei nicht unnachsichtig!"

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