Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Mischpoche
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 16)
- Language
- German
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217 nehmen lassen, ihre Kenntnis der Zeichen alten Porzellans zu zeigen. Der Kommerzienrat unterdrückte eine spöttische Bemerkung. „Dein Diener versteht aber auch wirklich alles so ausgezeichnet zu arrangieren, liebe Schwägerin, daß die Sachen noch mal so gut aussehen . . . Sieh Dir an da, Jules, wie das alles dasteht! Die Teemaschine und das Gebäck und die Vasen mit Blumen . . . ich weiß nicht, wir haben kein Glück mit unserm Personal . . . Ich nehme doch auch nur hochherrschaftliche Diener, aber ob einer sich mit Eurem Franz vergleichen kann. .'. nichts verstehen sie, und dabei geben sie noch Antworten . . ." „Bei Franz macht es die langjährige Gewöhnung," sagte Sofie, „er ist nun elf Jahr bei uns und kennt wirklich unsere Wünsche und Gewohnheiten so genau .. „Gott, weißt Du, unser jetziger Diener war neun Jahre beim Grafen Solms-Fürsteneck, da sollte er doch auch was verstehen ..." „Wenn er erst neun Jahre bei Euch gewesen sein wird, wird er auch wissen es Dir recht zu machen . . ." warf der Kommerzienrat ein. „Neun Jahr! Ich habe ihm schon für November gekündigt ... ich muß zur haute saison gewandte Leute haben, wenn die Gesellschaften dann anfangen . . . werdet Ihr die Elton noch lange behalten?" fragte sie dann in ihrer Manier, plötzlich von einem Gegenstand auf den andern zu kommen. Der Kommerzienrat sah seine Frau an. „Wir haben darüber wirklich noch nicht nachgedacht. Sie war seit Dora die Schule besuchte immer bei ihr, und hat sich so über alle Maßen bewährt ..." „Ja und Friedmanns haben die Engländerin auch behalten, bis Jsa heiratete . . . das macht Ihr wohl auch . . .?" Julius erhob sich. Die Albernheiten seiner Frau brachten ihn in Verlegenheit. „Wir müssen fort . . ," „Weshalb so eilig?" wandte der Kommerzienrat sich mit echter Herzlichkeit zu ihm.