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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1907-01-01 · 10 (1907) · p. Seite 200

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
10 (1907)
Article
Mose Haim Luzzatto
Date
1907-01-01
Page
Seite 200 (sequence 29)
Language
German
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IRI
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200 türnlichkeit des historischen Stils ist sorgfältig gemieden. Hingegen alles, was dem poetischen Sttl ausschließlich eigentümlich ist, findet man hier, wie in einem Idiotikon der poetischen Diktion, zusammengedrängt." Die Wort- Verbindung ist einfach und in ihrer Einfachheit kunstvoll. Die Sprache ist edel, maßvoll und natürlich; die Sprachbilder sorgfältig gewählt, frei von jeder Uebertreibung und ohne jede Effekthascherei. Luzzatto entlehnt nichts; er schöpft aus sich Gedanken nnd Empfindungen und kleidet sie in von ihm selbstgeschaffene Formen. Zweifellos ist er der Bahnbrecher und Begründer des modernen hebräischen Stils, der sich fern hält Von jedem falschen Pathos, von Ueberschwang und Geschraubtheit, von Witzeleien und Tändeleien mit biblischen Phrasen und sonstigen im hebräischen Schrifttum üblichen Rede- Wendungen. Was Luzzatto sagen wollte, sagt er mit eigenen Worten und wurde somit mustergiltig für hebräische Dichter und Stilisten, welche die Phrase und die sprachlichen Pikanterien verwarfen. Wenn Luzzatto sich ausschließlich der Dichtkunst gewidmet hätte, und wären die Zeitumstände für ihn günstiger gewesen, so hätte er Zweifellos die hebräische Sprache mit Kunstwerken von unvergänzlichem Wert bereichert. Aber Mose Hcüm Luzzatto lebte in seiner eigenen Welt, die ihm die Geheimlehre vorgezaubert hatte. Mitten in seinem Glück, das er in Amsterdam unangefochten genoß, zog ihn tiefe Sehnsucht nach dem heiligen Lande, wo er wahrscheinlich göttliche Offenbarungen zu erleben hoffte. Bereits im Frühjahr 1744 befand er sich auf dem Boden Palästinas, wohin ihm sein Freund Jakob Chasak im Namen des Kollegiums zu Padua schrieb. Sie waren alle erstaunt über diese Reise und gleichzeitig hocherfreut, da nur auf dem heiligen Boden ein gottgefälliges Leben möglich sei. Da der Brief, der vom 17. April 1744 dattert ist, die Antwort bildete aus frühere Briefe, die Luzzatto von Palästina aus an seine Freunde in Padua gerichtet hatte, so wird Wohl die Abreise des Dichters

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