Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Mose Haim Luzzatto
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 201 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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201 spätestens gegen Anfang des Jahres 1744 erfolgt sein. Seitdem hört jede Nachricht von ihm auf. Man sieht, was von der Beschuldigung gegen ihn zu halten ist, daß er eine messianische Rolle zu spielen gedacht habe. In Palästina scheint er lediglich ein beschauliches, der Vertiefung in die Mystik gewidmetes Leben geführt zu haben. Wir wissen nicht einmal, wovon er dort gelebt hat. Am 6. Mai (26. Jjjar) 1747 wurdeer mit seiner ganzen Familie in Akko durch die Pest hingerafft. Seine Leiche wurde nach Liberias übergeführt und dort mit großen Ehren bestattet. Das Rabbinat von Liberias gab alsbald von diesem Todesfall unter großen Lobeserhebungen für den Verstorbenen Kunde. Ein Licht sei in Israel erloschen, eine heilige Leuchte entschwunden. Es sei dies ein Trauertag für die Judenheit, und man möge überall für den Verstorbenen eine Trauerfeier abhalten. Der Sage nach ist Luzzatto neben dem Grabe des großen Rabbi Akiba bestattet, der sechszehn Jahrhunderte früher für den letzten nationalen Freiheitskampf des jüdischen Volkes den Märtyrertod erlitten hat. Luzzatto selbst ist im inneren Freiheitskampf gefallen, den der hochgestimmte Mann ini Zeitalter des geistigen Niedergangs des jüdischen Volkes geführt hat.