Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Mose Haim Luzzatto
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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198 um wieder ihr Geschäft in Padua aufzunehmen, schickte Luzzatto durch seinen Vater einen Brief an seine Freunde dattert vom 6. März 1739: ״Liebe Freunde, deren Andenken bei mir niemals schwinden wird. Die weite Entfernung hat mich Euch nicht entftemdet und meine Sehnsucht nach Euch nicht vermindert.Seid mutig und wacker in der wahren Gottesanbetung und in der Erforschung der Gotteslehre. Die wahre Liebe, an die wir uns in unserem Kollegium gewöhnt haben, und die Gottesehrfurcht, in der wir gewandelt sind, möge nie von Euch Weichen.. Seht zu, daß Ihr wenigstens nicht vergeht, was Ihr früher erlangt habt ...... Lernt fleißig den Sohar und haltet Euch fern von jeder bösen Eigenschaft, von Neid, Haß, Zorn, übler Nachrede und Lüge ......" Um jene Zeit veröffentlichte Luzzatto sein ethisches Buch ״Der Weg der Redlichen", das zu den besten dieser Gattung im hebräischen Schrifttum gehört (1740). *) Zwei Jahre darauf veröffentlichte er eine Art talmudischer Methodik (Derech tebunot). Diese beiden Schriften waren die Frucht seiner Lehrtätigkeit in Amsterdam, die großen Anklang fand. Der Dichter David Franco- Mendes rühmte sich noch viele Jahre später ein Schüler Luzzattos gewesen zu sein. Im Jahre 1743 schrieb Luzzatto sein poettsches Kunstwerk, das Drama ״Ruhm der Tugendhaften" (Lajescharim Tehilla), das er als Hochzeitsgeschenk seinem Jünger Jakob de Chaves, der sich mit Rahel da Bega Enriques vermählte, widmete. Dieses Festgedicht gehört zu den schönsten und vollendetsten Schöpfungen der hebräischen Sprache. Allerdings darf man sich darunter kein modernes Schauspiel denken. Es ist dies ein Drama, wie es gelegentlich bei Hochzeitsfesten von Dilettanten aufgeführt zu werden pflegt. Dem Inhalt nach ist es ein Lehrgedicht, in dem ernste Wahr- ף׳ Diese irr populärer Form gehaltene, von inniger Religiosität und wahrer Frömmigkeit erfüllte Schrift ist vor kurzem durch I. Wohlgemuth mit einer trefflichen deutschey Uebersetzung neu herausgegeben worden. (Louis Lannn, Berlin 1906).