Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Mose Haim Luzzatto
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 26)
- Language
- German
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197 anfiel, weil dieser behauptet hatte, Mose sei an einem Freitag gestorben. Chages überschüttete diesen Mann mit Hohn und Spott, wußte aber nicht, daß diese Ansicht von bedeutenden Autoritäten früherer Jahrhunderte geteilt würde. Eigentümlich sei es, daß Chages sich für jede Ohrenbläsereizugänglich zeigte, hingegen jede Rechtfertigung, die ihm zugegangen war, zurückwies. Der Zeuge Merari bekunde jetzt, daß seine Aussage gefälscht worden sei. Man habe chm Worte in den Mund gelegt, die er nicht gesprachen hatte. Damit endete dieser Streit, zumal Bassan nicht lange darauf stqrb. Auch mit Luzzatto beschäftigte man sich seitdem nicht mehr. Selbst Jakob Emden schließt seinen Bericht über diese Vorgänge mit den Worten ab: ״Dennoch möchte ich chm (Luzzatto) nicht unrecht tun und auch seine guten Seiten nicht verschweigen... Von Frankfurt ging er nach Amsterdam, wo er sich mit seiner Familie niederließ. Ich hörte, daß er dort das Schleifen von Diamanten erlernt hat, um sich von seiner Hände Arbeit zu ernähren. Das ist jedenfalls lobenswert. Auch heißt es, daß er von der portugiesischen Gemeinde ein Gehockt bezog. Seitdem hörte man von ihm nichts Nachteiliges. Er hat zwei kleine Schriften veröffentlicht, . . . gegen die ich nichts einzuwenden habe." Trotzdem ist gar nicht daran zu zweifeln, daß Luzzatto seine Beschäftigung mit der Kabbala in Amsterdam fortgesetzt hat, ohne allerdings die Befürchtungen zu rechtfertigen, die seine Gegner daran geknüpft hatten. Die Schriften, die man seinerzeit Luzzatto abgenommen hatte, übergab am 24. April 1736 Jakob Chasak in Padua einem gewiffen David Elieser aus Jaroslau in einer dersiegelten Kiste, damit er sie an Luzzatto ausliefere. Was aus diesen Schriften geworden ist, läßt sich nicht mehr ermitteln. Jedenfalls ersehen wir aus dem Briefwechsel Luzzattos mit seinen Freunden in Padua, daß er fortgesetzt über den Sohar spintisierte. Hingegen klagten ihm seine Freunde, daß ihr kabbalistisches Kollegium sich infolge der Teilnahmslosigkeit auflöse. Als Luzzattos Eltern, nachdem sie sich über das Schicksal ihres Sohnes beruhigt hatten, im Frühjahre 1739 Amsterdam verließen.