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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1907-01-01 · 10 (1907) · p. Seite 195

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
10 (1907)
Article
Mose Haim Luzzatto
Date
1907-01-01
Page
Seite 195 (sequence 24)
Language
German
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195 und seinen. Kumpanen Salomo Salman, mit dem er wegen einer Geldangelegenheit in Streit geraten sei, habe ermorden wollen. Jakob Luzzatto fragte an, was daran wahr sei. Eine Woche später, am 3. November, schrieb Mose Harm Luzzatto nochmals an seine Freunde in Padua als Antwort auf chren Brief und die Abschrift eines Briefes von Jesaja Bassan. In diesem Schreiben bezeichnete er die erlittenen Verfolgungen als eine von Gott über ihn verhängte Prüfung. Er fordert seine Freunde auf, sich durch keine Anfechtung irre machen zu lassen. ״Mögen jene fluchen, Gott wird den Fluch in Segen verwandeln. Der Bann ist nichtig und bedeutungslos. Ihr erkundigt Euch nach meinem Befinden, wisset nun, daß Gott, der mich aus meinem Vaterlande und meiner Heimat hierher geführt hat, mich hier Liebe finden ließ von allen Seiten, und auch mein Vater steht hier in hohem Ansehen. Ich bin überzeugt, daß es Gott so gewollt hat, daß er uns zu unserem Wohle hierher brachte". Um die Zeit, wo sich Luzzatto wohlbehalten in Amsterdam befand, richtete sich die Wut seiner Verfolger gegen seinen Lehrer Bassan. Die Rabbiner von Venedig beschuldigten ihn, er habe Luzzatto in seinem Treiben unterstützt, auch habe er seinem Schüler eigenmächüg die ihm im Jahre 1730 abgenommenen Schriften wieder zugestellt. Es war wohl nur ein Vorstoß gegen Bassan, daß das venezianische Rabbinat am 21. Oktober zusammentrat, um den Bann gegen Luzzatto zu wiederholen und auf alle auszudehnen, die Schriften von Luzzatto heimlich besitzen. Dieser Beschluß des Rabbinats wurde am nächsten Tag, am Sonnabend, in allen Synagogen des alten und neuen Ghetto von Venedig verlesen. Es heißt da, daß die Verurteilung Luzzattos erfolgt sei in Uebereinftimmung mit den Rabbinaten in Frankfurt, Fürth, Hamburg-Altona-Wandsbeck (einschließlich des unvermeidlichen Mose Chages und Jakob Emdens), Glogau, Amsterdam, Metz, Krakau, Turin, Berlin, Posen, Krotoschin und Breslau. Dann werden alle Schandtaten Luzzattos aufgezählt, weshalb über ihn der große Bann verhängt wurde: Laß er kühne Reden über Gott und die Propheten 13*

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