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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1907-01-01 · 10 (1907) · p. Seite 189

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
10 (1907)
Article
Mose Haim Luzzatto
Date
1907-01-01
Page
Seite 189 (sequence 18)
Language
German
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189 kabbalistischen Inhalts ist, erhielt er an: 29. Juni die Druckerlaubnis von Jesaja Bassan. Man weiß nicht, ob Nassau aus Oberflächlichkeit diese Erlaubnis erteilt hat oder weil er mit Luzzattos Anschauungen übereinstimmte. Jedensalls hat er dadurch über seinen ehemaligen Schüler neues Unglück herausbeschworen. Bei dem unvermeidlich gewordenen neuen Konflikt zwischen Luzzatto und dem venezianischen Rabbinat standen die Dinge jetzt für den Dichter insofern viel ungünstiger, als er mittlerweile vermögenslos geworden war. Zwischen Luzzatto und seinen Verwandten war ein arger Streit entstanden, und das von ihnen gemeinsam geführte Geschäft sollte aufgelöst werden. Infolge dieses Zwistes verloren Jakob und Mose Haim Luzzatto ihr Vermögen. Es war sicher zu erwarten, daß der verarmte kabbalistische Schwärmer nicht mit derselben Schonung würde behandelt werden, wie früher der wohlhabende. Jakob Emden, der in diesen Streit, wie überhaupt in alle derartige Vorgänge, seiner Zeit einzugreifen nicht unterlassen konnte, nahm kein Blatt vor den Mund und bemerkte gegen das venezianische Rabbinat hämisch: Luzzatto habe schon anläßlich des ersten Konfliktes eine strenge Behandlung verdient, nur sei er damals reich gewesen und wurde deshalb zarter angefaßt. Diese Bemerkung konnte sich Emden in seiner Art nicht verbeißen. - Das venezianische Rabbinat hatte unterdessen Luzzatto nicht aus den Augen gelassen. Es konnte ihm nicht unbekannt bleiben, daß der Dichter seine Beschäftigung mit der Kabbala wieder aufgenommen hatte. Als Spion diente den Herren aus Venedig ein gewisser Salomo Salman aus Lemberg, der ihnen von Zeit zu Zeit Bericht über Luzzatos Tun und Treiben erstattete. An sich schon war dieser Spionierdienst des Polen nicht schön, aber Bassan beschuldigte ihn noch außerdem, daß er ein niedriger und undankbarer Mensch war, der für Geld alles tat. Salomo Salman berichtete nach Venedig, daß Bassan seinem Schüler die ihm früher abgenommenen kabbalistischen Schriften zurückgegeben habe. Außerdeni habe er, Salman, in Erfahrung gebracht, daß in Krakau

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