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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1907-01-01 · 10 (1907) · p. Seite 187

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
10 (1907)
Article
Mose Haim Luzzatto
Date
1907-01-01
Page
Seite 187 (sequence 16)
Language
German
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IRI
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187 ging jetzt ein strenger Bann gegen Lnzzatto und seinen Anhang. Seine Schriften müßten alle verbrannt werden. Luzzatto versuchte jetzt, das ihm drohende Unheil abzuwehren. Er schrieb am 19. April an Morpurgo, daß man ihn, Luzzatto, verdächtige und wegen Taten beschuldige, die er nicht verübt habe. Selbst seine Schriften habe er nur wenigen Freunden mitgeteilt. Bevor Mose Chages die Sache aufgebauscht habe, sei sie in Padua völlig unbekannt gewesen. Ohne ihn zu kennen, habe Chages ihn verurteilt. Wer seine Beschäftigung mit der Kabbala kennen wolle, möge ihn besuchen. In eine öffentliche Behandlung solcher Dinge wolle er sich nicht einlassen. Morpurgo antwortete diesmal Luzzatto am 4. Mai und beschwor ihn nachzugeben. Auch Jesaja Bassan, der damals bereits in Reggio wohnte, begab sich auf das Drängen des venezianischen Rabbinats im Juli nach Padua, wo auch als Vertreter des genannten Rabbinats Jakob Belillos und Mose Menahem Merari eintrafen. Als Unparteiischer bei dieser Untersuchung fungierte der Rabbiner Nehemia Kohen aus Ferrara. Auf Einwirken dieser Männer entschloß sich endlich Luzzatto ani 17. Juli folgende Verpflichtung zu unterzeichnen: „Ich verpflichte mich hiermit getreulich und unter dem heiligsten Eid ohne jeden Vorbehalt, mich von heute ab nicht mehr mit kabbalistischen Beschwörungen abzugeben, sei es in welcher Sprache immer, auch nichts gti veröffentlichen, bevor es mein Lehrer Jesaja Bassan durchgesehen hat. Die Schriften kabbalistischen Inhalts, die ich bisher verfaßt habe, übergebe ich meinem Lehrer, damit er sie nach Gutdünken aufbewahre. Dies alles verpflichte ich mich unter Eid und Bann . . . Padua, 3. Ab 5490. Mose Halm Luzzatto". Dieses „Bekenntnis" Luzzattos wurde gleich vervielfältigt und an die jüdischen Gemeinden verschickt, und Morpurgo beeilte sich, Chages zu beruhigen und ihm mitzuteilen, daß Luzzatto seine kabbalistischen Schriften an Bassan ausgeliefert habe. - Nun müsse man den jungen Luzzatto mit Achtung behandeln. Luzzatto soll sogar bald darauf die Autorisation für das Rabbiner-

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