Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Mose Haim Luzzatto
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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186 pheten Elia haben (Schreiben des Livorner Rabbinats vom 10. März). Luzzatto schrieb jetzt am 24. März 1730 selbst an das Rabbinat zu Livorno, das vom ihm verlangte Wunderzeichen ablehnend. Er habe niemals behauptet, Wunder tun zu können, auch nicht für die Zukunft geweissagt. Es sei ihm garnicht darum zu tun, Anhänger zu werben, wie ja seine Beschäftigung mit der Kabbala nur durch eine Indiskretion bekannt geworden sei. Erst durch das Schreiben Chages habe man in Padua davon erfahren. Und weil er Chages kenne, daß er alle Welt alamieren würde, habe sich Luzzatto an die Rabbiner von Livorno gewandt, damit sie ihn nicht ungehört verdammen. Unterdessen richtete Chages am 14. März einen Brief an den Rabbiner Simson Morpurgo in Ancona mit dem Aufträge, er möge sich mit den Rabbinern Abraham Segr« in Casale und Josef Ergas in Livorno nach Padua begeben, um die Sache Luzzattos einer strengen Untersuchung zu unterziehen. Morpurgo lehnte das für seine Person in einem Schreiben vom 13. April ab, Zeitmangel vorschützend. Er habe bereits in dieser Angelegenheit an den Rabbiner in Padua geschrieben und darauf die Antwort erhalten, daß es heilige Pflicht sei, das, was einem Gott offenbart, den Menschen mitzuteilen. Solches ließe sich nicht verbieten. Morpurgo schlug an seiner Stelle den Rabbiner David Finzi aus Mantua vor und schrieb am 14. April an den Rabbiner Ergas, nach Padua zusamnien mit den Rabbinern Finzi und Segrö zu gehen und dort auf Luzzatto einzuwirken, daß er, wenn er von seinen kabbalistischen Studien nicht lassen wolle, seinen Wohnsitz im heiligen Land nehmen müsse. Aber die Rabbiner lehnten jede Einmischung ab. Chages sah sich veranlaßt, am 17. April ein energisches schreiben an das Rabbinat von Venedig zu richten. . Er habe aus Mantua Nachricht erhalten, wonach die Untersuchung gegen Luzzatto lässig geführt worden sei. Chages wollte sich auf niemand weiter verlassen. Luzzatto müßte selbst nach Venedig kommen und sich vor dem Rabbinat rechtfertigen. Auch von vielen deutschen Rabbinern er-