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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1907-01-01 · 10 (1907) · p. Seite 185

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
10 (1907)
Article
Mose Haim Luzzatto
Date
1907-01-01
Page
Seite 185 (sequence 14)
Language
German
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185 für die Zukunft Unglück zu verhüten, und Luzzattos Treiben nicht zu dulden. Luzzatto hatte unterdessen am 14. Februar an die Rabbiner von Venedig geschrieben und sie ebenfalls gebeten, ihr: gerecht und vorurteilsfrei zu beurteilen. Aber die Herren würdigten ihn keiner Antwort. Darauf schrieb er an die Rabbiner von Livorno (am 18. Februar 1730), sie um Beistand bittend. Er richtete das Schreiben an seinen Freund Emanuel Calvo, dieser möchte für ihn in Livorno eintreten. Er sagt da ausdrücklich, daß er seit seinem 20. Lebensjahr göttliche Offenbarungen habe, und nach längerer Vorbereitung sei ihm auch der Prophet Elia erschienen. Was den Brief Jekutiöls betrifft, so habe er von dessen Inhalt nichts gewußt. Mose Chages habe darüber alle Welt in Bewegung gesetzt, und daraus habe das venezianische Rabbinat gegen ihn eine hochnotpeinliche Untersuchung angeordnet. Diese wurde von den Rabbinern Paduas gegen ihn geführt, ohne daß gegen ihn etwas einzuwenden gewesen wäre. Nun wisse Luzzatto, daß Chages sich auch an das Rabbinat von Livorno gewendet habe. Er, der Dichter, bitte dringend um eine vorurteilslose Untersuchung. Es sei nicht seine Absicht gewesen, daß diese Dinge bekannt würden, aber da dies nun einmal schon geschehen sei, so lasse es sich nicht mehr verbergen. Zweifellos habe der Satan dabei seine Hand im Spiel. Er gönne nicht dem jüdischen Volke, daß über ihm das Licht der Wahrheit aufgehe. Luzzatto legte diesem Schreiben eine Probe aus seinem neuen Sohar bei. Wie es aber scheint, war sein Freund Calvo mit diesem Treiben nicht einverstanden. Denn er meinte in seiner Antwort an Luzzatto von: 12. März, daß es jedenfalls besser wäre, solche Dinge nicht in die Oeffentlichkeit zu bringen. Noch strenger ging das Rabbinat von Livorno mit dem jungen Schwärmer ins Gericht. Die Probe aus dem neuen Sohar habe in Livorno ganz und gar nicht gefallen. Es sei keine Art, so dreist und anmaßend über göttliche Fragen zu schreiben. Auch wollten sie von ihm dnrch ein Wunder die Bestätigung seines Verkehrs mit den Engeln und dem Pro-

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