Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Mose Haim Luzzatto
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 13)
- Language
- German
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- Isaiah 1× ep/1005097
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184 großes Ansehen. Andererseits hielt sich Chages für eine Art Glaubenswächter, den: die Pflicht oblag, in der ganzen Judenheit auf Rechtgläubigkeit zu sehen. Er beeilte sich deshalb, ain 1. November 1729 an das Rabbinat von Venedig ein energisches Schreiben ergehen zu lassen mit der Aufforderung, diesem Unfug Luzzattos ein Ende zu machen. Damit kam Chages den Rabbinern von Venedig nur entgegen, da sie Luzzatto die Kritik gegen Modenas Schrift sehr übelnahmen. Der junge Dichter, dem dieses Auftreten der Rabbiner Furcht einflößen mußte, beeilte sich, Mose Chages in einem bescheiden gehaltenen Brief vom 30. November zu beruhigen. Er habe mit dem Anhang ^abbetai-Zewis nichts zu tun. Er sei kein Prophet und rühme sich nicht, Wunder getan zu haben. Wahr sei nur, daß er sich mit der Geheimlehre befasse und ihm die göttliche Wahrheit offenbart wurde. Diese Gnade hat ja der Gott Israels schon vielen vor ihm gewährt, die alle treu zur jüdischen Lehre gehalten haben. Luzzatto beschwor Chages, keinen Streit hervorzurufen und wenn er gegen den Dichter Mißtrauen hege, so möge er bei Jesaja Bassan und den anderen Rabbinern von Padua über ihn und seine Rechtgläubigkeit Auskunft einholen. Dieses bescheidene Schreiben scheint Chages zuerst beruhigt zu haben. Am 31. Januar 1730 schrieb er an Luzzatto, er habe seinen Brief in Gegenwart der Gelehrten und des Oberrabbiners der Drei-Gemeinden (d. h. der vereinigten Genieinden Hamburg, Altona und Wandsbeck, der Oberrabbiner war damals Ezechiel Katzenellenbogen) gelesen. Es sei jedoch nicht recht, daß ein junger und unverheirateter Mann, wie Luzzatto, sich mit solchen Dingen befasse. Als Freund rate er ihm, auf seine Zukunft bedacht zu sein und von der Kabbala zu lassen. Luzzatto sei ja bekanntlich wohlhabend und habe es nicht nötig, des Geldes wegen sich mit Weissagungen abzugeben. Er täte besser, erst ins reife Alter zu kommen, um sich dann mit diesen Fragen zu beschäftigen. Dieser Brief war in einem Schreiben von Ezechiel Katzenellenbogen eingeschlossen, das an das Rabbinat von Padua gerichtet war. Der Oberrabbiner der Drei-Gemeinden bat darin.