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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1907-01-01 · 10 (1907) · p. Seite 182

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
10 (1907)
Article
Mose Haim Luzzatto
Date
1907-01-01
Page
Seite 182 (sequence 11)
Language
German
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182 und int Druck der ganzen Judenheit bekannt gegeben. Alle glaubten daran und niemand fiel es ein, den polnischen Jüngling, den Kabbalisten Mose Präger und den palästinensischen Eideshelfer insgesamt für eine schamlose Schwindlerbande zu erklären, die sich die Leichtgläubigkeit ihrer Glaubensgenossen zunutze gemacht hat. Unter solchen Umständen wird man das Auftreten jener Männer rechtfertigen, die diesem Treiben Einhalt tun wollten. Mit Recht waren ihnen alle marktschreierischen Kabbalisten verdächtig, die mit Berufung auf den Sohar und mit Anwendung von kabbalistischen Floskeln nicht nur die leichtgläubige Masse betörten, sondern alles im Judentum auf den Kopf stellten. Freilich darf man nicht alle Kabbalisten jener Zeit, die von sich reden machten, in einen Topf werfen. Nicht alle waren sie gemeine Betrüger, vielmehr gab es auch unter ihnen solche, die ehrliche Theosophen und Mystiker waren, die sich eine eigene Welt in ihrer Phantasie nufgebaut haben und in ehrlicher Ueberzeugung nach religiöser Wahrheit rangen. Da im Sohar und in manchen kabbalistischen Schriften tatsächlich Einiges vorhanden ist, welches mit dem im Judentum Geltenden in Widerspruch steht, so war ja der Konflikt zwischen diesen Mystikern und den verständigen Rabbinern unvermeidliche Insbesondere wo es sich um die Auffassung der göttlichen Natur handelt und des Verhältnisses zwischen Gott und Mensch. Der Kabbala hasteten, wie Kenner wissen, von Anbeginn zwei Richtungen an, die mit der Gotteslehre des Judentums nicht in Einklang zu bringen sind. Von der einen Seite wurden in sie pante'istische Anschauungen hineingetragen, und von der anderen Seite die Lehre des Dualismus oder sogar der Trinität im Wesen Gottes. Wenn man in früheren Zeiten über diese Dinge aus Unkenntnis oder aus Un- ~ achtsamkeit hinweggegangen war, so drängte sich jetzt das Verständnis für die Gefahr auf, die dem Judentum aus der Verbreitung solcher Irrlehren droht. Gewiß, es war dies überaus Uagisch, daß nun im Judentum ein arger Gewissenszwang entstand, daß man ehrlichen Menschen verbot, ihre Ueberzeugung vorzutragen, ihre Ansichten

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