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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1907-01-01 · 10 (1907) · p. Seite 181

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
10 (1907)
Article
Mose Haim Luzzatto
Date
1907-01-01
Page
Seite 181 (sequence 10)
Language
German
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181 Mensch aus Polen, namens Abraham Beit Ehajim. Er trieb sich hier in den Straßen herum und gab vor, er sei von einem bösen Geist besessen, der ihn seit Jahren in der schrecklichsten Weise peinige. Er erleide dies als Strafe für Sünden, die er früher begangen habe. In der Gemeinde zeigte sich natürlich großes Mitleid mit dem Unglücklichen. DerdamaligeOberrabbinervon Mähren, David Oppenheim, der durchseine großeBüchersammlung berühmt wurde, glaubte ganz ernstlich an diese Geschichte vom bösen Geist. Er hätte es gerne gesehen, wenn der Kabbalist Mose Präger, der in hohem Ansehen stand, sich des leidenden Jünglings angenommen hätte. Und wie auf eine göttliche Fügung kam auch Präger plötzlich nach Nikolsburg und übernahm die Heilung des Polen. David Oppenheim selbst mußte in Geschäften nach Wien reisen, aber die Mitglieder des .Nikolsburger Rabbinats willigten ein, dent Wundertäter zu assistieren. Nachdem Mose Präger zuerst allerhand vergebliche Versuche gemacht hatte, den Geist in Güte zu bewegen, den polnischen Jüngling in Ruhe zu lassen, da der Geist laut heulend sich dessen weigerte, kant es zu einem öffentlichen-Auftreten in der Synagoge, wo Mose Präger in Gegenwart eines großen Publikums von Juden und Christen den Geist zwang, einen gütlichen Vergleich abzuschließen. Wenn seine Bedingungen angenommen würden, wollte der Geist den Jüngling in Ruhe lassen. Dieses geschah und am nächsten Morgen erwachte Abraham, völlig ruhig und gesund. Die ganze Gemeinde war außer sich vor Freude. Tags daraus versammelten sich alle in der Synagoge, und die Rabbiner erklärten den Bann für aufgehoben, den sie früher über den bösen Geist verhängt hatten. Es dauerte aber nicht lange, da spukte es wiederunt in der Gemeinde. Ein Jude aus Palästina bezeugte, er habe den bösen Geist drohen hören, er würde den polnischen Jüngling wieder heimsuchen, wenn nicht Mose Präger selbst, wie es ausgemacht worden sei, den Bann über ihn ausheben würde. Erst nachdem auch dieses geschehen war, gab der böse Geist Ruhe. Diese wunderbare Geschichte wurde beschrieben, durch zwölf bekannte Rabbiner bestätigt

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