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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1907-01-01 · 10 (1907) · p. Seite 179

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
10 (1907)
Article
Mose Haim Luzzatto
Date
1907-01-01
Page
Seite 179 (sequence 8)
Language
German
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179 über. Als er aber nach Venedig kam, nahm er den Mund voll und posaunte die Größe Luzzattos über alle Maßen aus. Man erfuhr davon in Padua, und bald wurde das Haus Luzzattos der Sammelpunkt mehrerer Altersgenossen, denen es die Kabbala ebenfalls angetan hatte. Unter diesen befand sich ein junger Arzt, namens JekutiÄ aus Wilna, der in Padua zum Doktor der Medizin promoviert werden sollte. Im Juni 1729 besuchte dieser Jekutiöl den jungen Luzzatto, durch den er in die Geheimnisse der Kabbala eingeweiht sein wollte. Diese Begegnung bildete für Mose Halm den Anfang späterer Leiden und Verfolgungen. Denn der Pole schrieb bald daraus an den reichen Kabbalisten Mord echai Jaffe in Wien und an den Rabbiner Josua Heschel in Wilna, um das Lob Luzzattas aller Welt zu verkünden. Jekutisl wußte darin keine Grenze. Er ahnte nicht, daß er mit dieser Verhimmelung seines jungen Meisters ihm nur Unglück und Anfeindung zuziehen wird. Unterdessen weilte Luzzatto für kurze Zeit in Venedig, wo ihm das damals nur handschriftlich zirkulierende Buch Leon Modenas gegen den Sohar und die Kabbala (Ari-nohem) in die Hände kam. Man kann sich daher denken, welchen Eindruck dieses für die Kabbala vernichtende Buch auf den jungen Schwärmer machte. Er setzte sich gleich hin und schrieb in der Form eines Dialogs zwischen einem Freigeist und einem Kabbalisten eine Gegenschrift, die alle Einwürfe Modenas zurückweisen sollte. Diese Apologie für die Kabbala kam dem Rabbinat von Venedig zu Gesicht. Seitdeni begann die Leidensgeschichte Luzzattos. Von verschiedenen Seiten zog sich über sein Haupt ein schweres Gewitter zusammen. In der Judenheit stand wohl noch der Sohar hoch in Ehren, obwohl Leon Modena gegen seine Autorität jene vernichtende Kritik geschrieben hatte. Der ungläubige Autor selbst hatte ja garnicht gewagt, sein Buch auch durch den Druck zu veröffentlichen. Auch die Kabbala an sich wurde damals von keinem Juden öffentlich angezweifelt, wenn auch im Stillen Wohl hin und wieder Bedenken gegen ihre Echtheit rege geworden sein mögen. 12*

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