Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Buddhismus und Judentum
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 21)
- Language
- German
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Wahrheit werden." (Bertholet, der Buddhism. lt. seine Bedeutg., S. 51.) Eine solche Auffassung von der Ehe mußte aber auch eine Geringschätzung der Frauen zur Folge haben. „Unergründlich verborgen, wie im Wasser des Fisches Weg, so heißt es in einer buddhistischen Schrift, ist das Wesen der Weiber, der vielgewitzten Räuberinnen, bei denen Wahrheit schwer zu finden ist, denen die Lüge ist wie die Wahrheit, die Wahrheit wie die Lüge." „Wie sollen wir, Herr", so wird Buddha von Ananda gefragt, „uns gegen ein Weib benehmen?" „Ihr sollt ihren Anblick vermeiden, Ananda." „Wenn wir sie aber doch sehen, Herr, was sollen wir dann tun?" „Nicht zu ihr reden, Ananda." „Wenn wir aber doch mit ihr reden, Herr, was dann?" „Dann müßt ihr über euch selbst wachsmn sein, Ananda." „Wenn", so äußerte sich Buddha ein anderrnal, „Weiber nicht in den Orden zugelassen wären, würde die reine Lehre tausend Jahre bestehen. So aber wird die Lehre der Wahrheit nur fünfhundert Jahre bestehen." (Oldenberg, S. 188.) Ebenso mußte auch die Stellung der Kinder unter der Verkennung der sittlichen Bedeutung der Ehe leiden. Charakteristisch hierfür ist schon der Ausruf Buddha's selbst, als ihm die Geburt seines einzigen Sohnes Rahilla gemeldet ward: „Rahula ist mir geboren, eine Fessel ist nur geschmiedet!" (Oldenb., S. 122.) Und der Gatte, der Buddha Nachfolgen will, verläßt seine Gattin und spricht zu ihr: „Wenn dir dieses Kind den Schakalen und Hunden vorwirfst, so wirst du mich doch nicht, dir Elende, zur Rückkehr um des Kindes willen bewegen " (Oldenb., S. 172.) Bekarrrrtlich sind die ehefeindlichen Anschauungen des Buddhismus auch in das rreue Testanrent eirrgedrurrgen und behaupten in denr Zölibat der katholischen Geistliche'.: auch heute noch eine gewisse Geltung. In welchem Gegensatz zu dieser Geringschätzung des Familienlebens das Judentmrr steht, das brauche ich einem jüdisch denkerrderr mrd jüdisch fühlenden Pirblikirnr