Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Buddhismus und Judentum
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 61 (sequence 13)
- Language
- German
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Existenzen ein Hase war und als solcher sich selbst dein Götterkönig Sakka hingegeben habe, indem er in's Feuer sprang, um sich gebraten von demselben verzehren zu lassen. In seinem vorletzten Dasein war er der Prinz Bessantara. Ungerecht aus seinem Reiche vertrieben, gab er seine letzten Schätze, ja selbst den Wagen, auf den: er saß, mit dem Pferd Bittenden hin, sodaß er ohne alle Mittel nur noch sein Weib Maddi und seine beiden Kinder Jali und Kanhajina zurückbehielt, mit denen er sich in eine Einsiedelei zurückzog. „Maddi, so erzählt er weiter, sannnelte Waldfrüchte und brachte uns dreien Nahrung. Da kam ein Bettler vorüber und sprach mich um meine beiden Kinder an. Ich lächelte, nahm meine beiden Kinder und gab sie dem Brahmanen. Und es erbebte die waldumkränzte Erde. Und wiederum geschah es, daß Gott Sakka in Gestalt eines Brahmanen vom Himmel herniederstieg, und er sprach mich an um Maddi, die tugendreiche und treue. Und freudigen Sinnes gab ich ihm Maddi hin. Da freuten sich im Himmel die Götter, und wieder erbebte die waldumkränzte Erde. Meine beiden Kinder und Maddi, mein treues Weib, gab ich hin und achtete es nicht, um die Buddhaschaft zu erlangen." Diese Wohltätigkeitsmoral verliert jedoch an Wert, wenn man bedenkt, daß diejenigen, die sie predigten, selbst arme besitzlose Mönche, auf die Gaben der Reichen angewiesen waren, daß ihnen selbst also aus dieser Moral mehr Ansprüche als Pflichten, mehr Vorteile als Nachteile erwuchsen, (cf. Oldenb. S. 347, Anm.) Wichtiger aber noch als die Pflichten gegen den Nächsten ist dem Buddhisten die Arbeit an der eigenen sittlichen Bildung, die Selbstzucht. „Schritt um Schritt, Stunde für Stunde, soll, wer weise ist, sein Ich von allem Unreinen läutern, wie ein Silberschmied das Silber läutert." (Dhammapada 239.) _ „Das Auge und alle unsere Lünne sollen wir im Zaum halten, damit sie nicht an den Außendingen Freude finden und dem Ich Wahrnehmungen zuführen, welche dessen Frieden und Reinheit gefährden. Wir sollen jede unserer Bewegungen mit wachsamem Bewußtsein begleiten;