Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Buddhismus und Judentum
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 11)
- Language
- German
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und schlief alsbald ein. Ta dachte Lebelang ent all das Böse, das Brahmadatta seinem Hause zugefügt hatte. Er hatte ihnen Land und Heer und alle Schätze genonnnen und obendrein seinen Vater und seine Mutter getötet, ltnb von Rachgier üb ermannt zog er sein Schwert aus der Scheide. Aber in diesem Augenblick erinnerte er sich der letzten Worte seines Baters und steckte sein Schwert wieder eilt. Dreimal überkam ihn die Begier nach Rache, aber dreimal bezwang die Erinnerung au die letzten Worte seines Baters den Haß. Inzwischen fuhr der König aus dem Schlaf aufein böser Traum hatte ihn geweckt. Er hatte geträumt, daß Lebelang ihm mit dem Schwerte nach dem Leben trachte. Da wollte Lebelang der ihm drohenden (Gefahr zuvorkommen, faßte mit der Linken das Haupt des Königs, zog mit der Rechten sein Schwert und sprach zu ihm: Ich bin Lebelang, o König, der Sohn des Königs Leidelang von Kosala. Jetzt ist die Stunde gekommen, um für all' das Böse, das bit uns getan hast, Rache zu nehmen. Als jedoch der König Brahmadatta den: Jüngling zu Füßen fiel und um Gnade flehte, ließ Lebelang gerührt von ihm ab, und versöhnt reichten sich beide die Hände und schwuren einander nichts Böses zu hm. Lebelang verriet nun dein König, daß er seine Rettung den letzten Worten des sterbenden Leidelang zu verdanken hätte, und gab ihm auf seine Frage nach der Bedeutung dieser Worte folgende Erklärung: Die erste $(0^11019 meines Baters „Sieh nicht zu weit!" bedeutet: „Laß die Feindschaft nicht lange währen!" Das zweite Mahnwort „Sieh '.licht zu nah!" bedeutet: „Entzweie dich nicht voreilig mit deinem Freunde!" Ter Schlußsatz endlich: „Term nicht durch Feindschaft kommt Feindschaft zur Ruhe, durch Nichtfeindschaft koinmt Feindschaft gitr Ruhe" hat folgenden Sinn: Du, 0 König, hast meinen Vater und nieine Mutter getötet. Wollte ich dir jetzt das Leben nehmen, so würden die, welche dir anhängen, mir das Lebeli nehmen, und die, welche mir anhängen, würderl jenen das Leben nehmen, und so würde Feindschaft durch Feindschaft nicht zur Ruhe kommen. Jetzt aber, da wir einander das Lebeli geschenkt haben, ist durch Nichtfeindschaft unsere Feindschaft zur