Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1907-01-01 · 10 (1907) · p. Seite 58

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
10 (1907)
Article
Buddhismus und Judentum
Date
1907-01-01
Page
Seite 58 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3111067-3111086-3114153--2588-3114227
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

überwinde man den Lügner „Wen böse Menschen schmähen, der soll sagen: Sie fiitb gut, sie sind sehr gut, daß sie mich nicht schlagen. Schlagen sie ihn, sagt er: Sie sind gut, daß sie mich nicht mit Erdklumpen Wersen, töten sie ihn mit scharfer Waffe, sagt er: Es gibt Jünger des Erhabenen, denen Leib uub Leben Qual und Ekel bereitet, imd die gewaltsamen Tod aufsuchen, solchen Tod habe ich, ohne ihn zu suchen, gefunden." Um seinen Jüngern ein Beispiel von Großmut gegen den Feind zu geben, erzählt ihnen Buddha eines Tages die Geschichte oom König Leidelang, den sein rnächtiger Nachbar Brahmadatta all seines Gutes beraubt und aus seinern Reiche vertrieben hatte. Als Bettelmönch verkleidet kommt Leidelang nach Benares, der Hauptstadt seines Feindes, und es gelingt ihm eine Zeit lang, sich mit seinen: Weibe und ihrem Sohn Lebelang vor den: König zu verbergen. Eines Drages jedoch wird er erkannt und von: König mit seiner Gemahlin zu grausamem Tode verurteilt. Die beiden Unglücklichen werde:: durch die Straßen der Stadt zun: Richtplatz geführt, und schon n:achen sich die Henker dara::, die Strafe zu vollziehen, da wendet sich Leidelang noch eirnnal an seinen Sohn und richtet an ihn folgende Worte: „Mein Sohn Lebelang, sieh nicht zu weit und nicht zu nahdenn nicht durch Feindschaft kommt Feindschaft zur Ruhe, wohl aber durch Nichtfeindschaft kommt Feindschaft zur Ruhe." Lebelang trauert lange Zeit in der Einsan:keit des Waldes un: den qualvollen -rod seiner Elter::. Endlich rafft er sich wieder auf, kehrt in die Stadt zurück und findet nach Jahr und Tag unerkannt eine Anstellung in den königlichen Elefautenställen. Ilm Hofe erwirbt er sich bald durch seine geistige Begabung und ganz besonders durch seinen schönen Gesang die Gunst des Königs in solchen: Maße, daß dieser ihn bald zu seinem vertrauten Freund inacht. Eines Tages begleitet er den König auf der Jagd, und es traf sich, daß die beiden allein waren. Da wurde der König :nüde, legte sein Haupt in Lebelangs Schoß

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.