Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Buddhismus und Judentum
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3111067-3111086-3114153--2583-3114222- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Rähula wurde darauf in die Bruderschaft der Erlesenen aufgenommeu. Aus der weitern Lebeusgeschichte Buddhas sind uns keine besonders bemerkenswerten Ereignisse überliefert. Von zahlreichem Gefolge begleitet, zieht er von Ort zu Ort, von Land zu Land und predigt überall iu längeren und kürzeren Reden, bald in der Form von Sprüchen, bald in Gleichnissen und Parabeln seine Lehre. Nur während der jährlichen Regenperiode, der sogenannten Vas-Zeit, von Juni bis September, unterbrach Buddha seine Wanderungen, und zwar angeblich deshalb, weil sich um diese Zeit in Indien das pflanzliche und tierische Leben üppig entwickelt und er die des kleinsten Wesens für verwerflich hielt. Sein Lieblingsaufenthalt war der Barubushain Veluvana (bei Rajagaha) und der Park Aetavana (bei Savatthi), das Geschenk eines reichen Kaufmannes, der als Kaufpreis angeblich die ganze Fläche des Parkes mit Gold belegen mußte. Reiche Leute betrachteten es auch als Auszeichnung, den verehrten Lehrer als Gast an ihrem Tische zu bewirten. Sonst machte Buddha nach Mönchesbrauch mit der Schale in der Hand seiner Bettelgang durch Dorf oder ^tadt. Nach 44jähriger Lehrtätigkeit starb Buddha im Alter von 80 Jahren etwa um das Jahr 480. Es war auf den: Wege nach Kusinara, als er infolge des Genusses giftiger Pilze vorr einer schwerer! Krankheit befallerr wurde. Seinem Lieblingsschüler Anarrda, der ihn begleitete, fiel an diesenr Tage das leuchtende Antlitz des Meisters auf, vor desserr Strahlen der glänzende Goldstoff seines kostbaren Gewandes, das ihrrr eirr Verehrer geschenkt hatte, zu erbleichen schiene doch dieser bedeutete ihrn, daß er irr der folgenden Nacht zunr ewigerr Frieden eirrgeherr werde. Sie karnerr darauf in einen Hain, und hier bereitete Arranda dem verehrten Lehrer zwischen zwei Salbäurneu eirr Lager. Als sich aber der Erleuchtete arrf derrrselberr niederließ, da geschah ein Wurrder. Die beiden Bäume bedeckterr sich außerhalb der Zeit rrrit Blüten urrd streuterr