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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1907-01-01 · 10 (1907) · p. Seite 51

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
10 (1907)
Article
Buddhismus und Judentum
Date
1907-01-01
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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51 Kapilavatthn zubrachte, habeu wir keine zuverlässigen Ueberliefernngen. Nach der Legende war er ein Königssohn und wuchs in fürstlicheni Glanze und Reicht:::::, dabei aber in solch glücklicher Abgeschlossenheit heran, daß er bereits ginn Manne gereift war, ohne etwas vom Leid und Elend der Menschen erfahren zu haben. Eines Tages jedoch fuhr er im Parke spazieren, als er plötzlich einen gebrechlichen Greis bemerkte, der, gebeugt von der Bürde seiner Jahre und ans einen Stab gestützt, sich mühsam dahinschleppte ' Siddhätta konnte sich den beklagenswerten Zustand dieses Mannes nicht erklären und war nicht wenig betroffen, als er von seinen: Wagenlenker hörte, daß dies das Schicksal aller Menschen sei, sofern sie nicht schon in jungen Jahren sterben. Was Tod und Krankheit, deren Anblick ihm bis dahin ebenfalls ferngehalten wurde, fürdie Menschen bedeute, erfuhr er bald darauf, als er auf seinen weiteren Spazierfahrten zuerst einen: Aussätzigen, dann einen: Leichnan: begegnete. Diese Erscheinungen erschütterten den junge:: Prinzen aufs tiefste. „Wehe, rief er ans, wie unglücklich sind die Menschen! Was nützt :n:s alle Herrlichkeit und aller Reichtun:, wenn sie uns nicht vor Krankheit, Greifenalter und Tod zu schützen vermögen?" Und von dieser Stunde an, da ihn: zun: ersten Mal die Flüchtigkeit und Vergänglichkeit des inenschlichen Lebens aufgegangen war, war ihn: jeder Genuß und jede Freude verleidet, und er sann unausgesetzt nur über Mittel nach, nn: diesen: n:it jeder Geburt sich wiederholenden Leide ein Ende zu n:achen. Und als er in solcher Gemütsverfassung eines Tages einen fronnnen Asketen in gelben: Gewände kennen lernte, dessen Antlitz den tiefen Frieden seiner Seele wiederspiegelte, reifte auch in ihn: der Entschluß, die Welt zu verlassen und in der Einsamkeit den Weg des Heils zu suchen. Er war 29 Jahre alt, als er mitten in der Nacht anfstand und nach einen: wehrnutsvollen Abschiedsblick ans sein junges, ahnungslos schlummerndes Weib und den kleinen Sohn, der in ihren Armen ruhte, das Haus verließ :n:d in die Fremde hinauszog. 4-*

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