Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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41 Band zeigt uns beides: die Betrachtungen zum Kalenderjahr sind wahre Lichtbilder jüdischer Weltanschauung, dasselbe gilt von den pädagogischen Plaudereien. Die Streitschriften lassen den kühnen Polemiker aus der Schule Börners erkennen; die Grundlinien der jüdischen Symbolik dagegen verlieren sich in das Gebiet, auf dem die jüdischen Hellenisten und die scholastisch-allegorischen Bibelkommentatoren der nachmaimunidischen Periode ihre Kraft vergeblich erprobt haben. Einen ganz anderen und dem modernen Empfinden verständlicheren Ton schlägt I. Abrahams in seinen prächtigen Festival Studies an, die das ganze Synagogenjahr umfassen. Eine gute deutsche Übersetzung wäre sehr zu wünschen. Auch von den homiletischen Vorträgen Claude Montefiore's ist ein neuer Band erschienen. Die Predigten von D. Feuchtwang, S. Gronemann, M. Beermann, A. Blumenthal, M. E. Proßnitz, M. Sor u. a. werden den Zwecken, für die sie gehalten, sicher -entsprochen haben. Es wäre verlockend, bei diesem Anlasse den Unterschied zwischen der norddeutschen und süddeutschen, resp. österreichischen Predigtweise zu verfolgen. Nicht minder interessant wäre es, die moderne realistische Predigtweise zu besprechen, die unter den jüngeren Rednern bereits zahlreiche Anhänger besitzt und die in der Tat viel Verlockendes hat. Aber dies alles muß aufgegeben werden, da es den Rahmen dieser Revue sprengen würde. Die italienische Predigt, die einmal die führende im jüdischen Kreise war, hat erst in neuester Zeit wieder aufzublühen begonnen. U. Brettholz gibt uns charakteristische Proben dieser Art, die die Mitte hält zwischen belehrendem Vortrag und Predigt. Ganz in das erstere Gebiet schlagen die Betrachtungen zu Sabbathen und Festtagen, die Z. Wolfs unter dem passenden- Titel .Hamagid“ vereinigt hat. Synagoge und Schule gehören bei uns seit jeher zusammen. An neuen Schillbüchern fehlt es auch m