Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 20)
- Language
- German
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40 „Zukunft" publiziert und der damals viel Staub aufgewirbelt hat. Daß die Mission bei diesem Treiben nicht fehlen würde, war vorauszusehen. H. L. Strack hat es übernommen, der internationalen Konferenz für Judenmifsion in Amsterdam das Wesen des Judentums zu enthüllen. Auf die Ethik oder Dogmatik geht er dabei gar nicht ein. Für ihn wird die Gesamtheit der Juden durch Blutsverwandtschaft, durch historische Erinnerungen und Erfahrungen auf die Zukunft zusammengehalten. „In Folge dieser Erinnerungen und Erfahrungen besitzen die Juden ein hohes Selbstbewußtsein, das es ihnen schwer macht, die Größe der allgemein menschlichen Verderbtheit und die Notwendigkeit einer außerordentlichen Gottestat zur Erlösung der Menschheit zu fühlen und zu erkennen." Die Antwort auf diese und viele andere nicht weniger haltlose Vorwürfe und Einwände gegen unsere Gemeinschaft kann man jetzt erfreulicherweise in der Apologetik des Judentums von M. Güdemann Nachlesen. AM diesem inhaltreichen und schwerwiegenden Buche des unermüdlich schaffenden Gelehrten ist der „Grundriß für die Wissenschaft des Judentum" in würdiger Weise inauguriert worden. Die bekannte Schrift Güdemanns über das Judentmn in seinen Grundzügen ist ins Französische übertragen worden und hat in Frankreich großes Interesse erweckt. Eine Ethik des Judentums in des Wortes tiefstem Sinne ist das Werk Jescliariin“ von dem unglücklichen italienischen Dichter Mose Chajjin Luzzatto, dessen Gedenktag wir in diesem Jahre feiern werden. I. Wohlgemuth hat sich durch die von einer gutorientierenden Einleitung begleitete Herausgabe dieser gemütvollen und tiefsinnigen „Hauspostille" des alten Judentums ein rechtes Verdienst erworben. Auch die Schriften von Samson Raphael Hirsch, deren dritter Band vorliegt, gehören eigentlich in dies Gebiet, von dem sie den Weg zur Predigt und Homilie bahnen. lieber die Vorzüge dieses glänzenden Geistes haben wir schon wiederholt in dieser Revue gesprochen; auch über seine Fehler, die allerdings von den Vorzügen tief in den Schatten gestellt werden. Gerade dieser dritte