Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 17)
- Language
- German
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— iU — In enger Verbindung rnit der Literaturgeschichte steht die Biographik, die ja auch den Uebergang zur Geschichte selbst bildet. Ein biographisches Lexikon der hervorragendsten jüdischen Gelehrten in Polen hat der greise Matthias Berson, dessen Geschichte der alten Holzsynagogen Polens ebenso wie die Biographie Tobias Kohns bekannt sind, herausgegeben. Das Raschi- Jubiläum wirkte auch in diesem Jahre noch nach. Der höchst interessante Vortrag von Prof. A. Berliner zum Jubiläum wurde veröffentlicht. Außerdem erschienen eine ungarische Biographie Rasches von I. Welleß und Arbeiten über ihn von S. Schlössinger, M. Grunwald u. A. Eine allerdings nicht vollständige Zusammenstellung aller Superkommentare zu dem Bibelkommentar Rasches verdanken wir I. M. Toledano in Jerusalem. Ein weiter Weg ist von Raschi bis zur italienischen Spätrenaissance. Wir müssen ihn zurücklegen, um eine bedeutungsvolle Publikation anzeigen zu können, die uns einen tiefen Einblick in das jüdische Leben des italienischen Ghetto am Ausgang des Mittelalters gewährt, nämlich die Edition der Briefe und Schriftstücke von Leo Modena, die Ludwig Blau mit gewohnter Meisterschaft besorgt hat. Die Einleitung ist von großem Wert, indem sie dem vielgeschmähten Autor wieder 31t seinem Recht verhilft. Einen ärgeren Zweifler lernen wir in der Autobiographie von Salomon Maimon kennen, von der ein anastatischer Neudruck gernacht wurde. Einen modernen jüdischen Gelehrten Italiens führt uns I. Ravenna in dem bekannten Rabbiner von Ferrara, Giuseppe Jare, anläßlich des Jubiläirms dieses verdienten Mannes vor. Das Jubiläum Gabriel Rießer's in Deutschland brachte eine treffliche Arbeit von Josef Feiner über den gefeierten Vorkämpfer für unser gutes Recht. Ungefähr in dieselbe Zeit führen uns die Briese Ludwig Börnes aus Berlin, die L. Geiger herausgegeben, und die intimen Briefe Ferdinand Lassalle's an seine Eltern und die Familie, die C. Bernstein veröffentlicht hat. Ueber das unvergessene und unvergeßliche Dioskurenpaar H. Steinthal und M. Lazarus,