Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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36 Mit großer Spannung sehen wir dem ersten Bande der Essays zur Gelehrtengeschichte entgegen. Besondere Beachtung verdient die Festschrift zu Ehren eines Altmeisters der Wissenschaft, Theodor Noeldeke, in der sich Beiträge von Barth, Budde, Deißmann, H. Derenbourg, Eerdmans, S. Frankel, I. Friedländer, M. Gaster, L. Ginzberg, I. Goldziher, I. Halevy, M. Jastrow, P. Jensen, H. Kautsch, S. Landauer, E. Littmann, I. Löw, K. Marth, G. F. Moore, D. H. Müller, B. Niese, W. Noack, I. Rothstein, E. Sellin, C. Seyboldt, W. Spiegelberg, H. Stade, C. Toy, G. Westphal, A. S. Uahuda und H. Zimmern finden, die unsere Wissenschaft nach allen Seiten hin bereichern. Die Jewish Encyclopaedia liegt nunmehr in zwölf Bänden und mehr als 8000 zweispaltigen Quartseiten in engem Druck vor uns. Man kann trotz aller Kritik das Urteil Wilhelm Bacher's unterschreiben: Hier ist zuni ersten Mal ein dringender Wunsch derer erfüllt, die sich über alles, was Juden und Judentum angeht, orientieren und belehren lassen wollen. Die jüdische Encyklopädie ist das erste Nachschlagewerk, in dem man alles Wissenshafte und Wissenswerte über Personen und Dinge, Begriffe und Institutionen, Ereignisse und Zustände, Epochen und Länder, so weit sie das Judentum und seine Geschichte angehen, finden kann. Neuerdings ist auch der Plan aufgetaucht, eine derartige Encyklopädie in russischer Sprache erscheinen zu lassen. Dagegen ist es von den beiden hebräischen leider in Folge der Zeitereignisse still geworden. Wenn wir uns des großen und neuen Werkes freuen können, so müssen wir dagegen mit tiefem Bedauern vermerken, daß der hebräische Literaturverein „Mekize Nirdamim", der unter der Leitung von Professor Dr. öl. Berliner jahrzehntelang eine sehr gedeihliche Tätigkeit entfaltet, diese im Berichtsjahr leider hat einstellen müssen. Alle Freunde der hebräischen Literatur werden dies auf das Lebhafteste beklagen und sich mit uns in dem Wunsche vereinigen, daß das Werk von jüngeren Kräften wieder ausgenommen werde.