Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 14)
- Language
- German
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34 da heute auch in den kleineren Städten bereits Bibliotheken sind, und der Verkehr mit den Landesbibliotheken ein durchaus geregelter geworden ist. Unseren Rabbinern bleibt, wenn sie ihr Anit treu verwalten wollen, allerdings nur sehr wenig Zeit für wissenschaftliche Arbeit übrig, und außer den zwölf bis fünfzehn Dozenten an den Rabbinerschulen haben wir fast gar keine Männer, die sich ausschließlich mit der Wissenschaft des Judentums beschäftigen. Das alles muß zugegeben und in Erwägung gezogen werden, wenn man den Zustand unserer Literatur betrachtet, aber alles dieses darf nns doch nicht hindern, mit voller Energie den: Ziele zuzustreben, das die „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums" auf ihre Fahne geschrieben hat. Gewiß, es fehlt auch in diesem Jahr nicht an vortrefflichen Einzelarbeiten auf allen Gebieten der Literaturgeschichte. Aber wo ist der ordnende Geist, der diese zerstreuten Glieder zu Znem Ganzen vereinigt? Nur wenige Versuche sind nach dieser Richtung hin zu erwähnen. So vor allem die neue Ausgabe des ganz vortrefflichen Buches von I. Abrahams, das jetzt den Titel führt: „A Short History of Jewish Literature“, ferner die bereits zitierte Schrift von M. Slouschz: La langue et la litteratnre hebraiqiie depuis la Bible jusqu’au ä nos jours und ein Arbeit von E. Bassel über die populäre jüdische Literatur in Tunis. Von Einzelarbeiten, die von irgend welcher Bedeutung erscheinen, sind zu erwähnen: ein Wörterbuch zur Mechllta des Rabbi Jsmael hat M. Auerbach angefangen; ein Stück aus einem englischen Manuskript des Midrasch Rabba hat L. Schapiro herausgegeben; über die Ethik des Bachia ibn Pakuda hat A. Kahlberg gehandelt. Den Kommentar des Jehuda ibn Balam zum Buch der Richter hat S. Posnanski, dem wir noch viele andere wertvolle Mitteilungen zur arabisch-jüdischen Literatur verdanken, herausgegeben, ein anderes philosophisches Werk Eser hadath von Jsaac ibn Pulgar hat G. S. Belasco, einen philosophischen Kommentar von Juda Messer Leon I. Husik, das bekannte apologetische Sendschreiben von