Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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der alt- und neutestamentlichen Literatur, von Selb erg über „die beiden Wege" und das Aposteldekret, von A. Sorel über Renau und dessen historische Romane, hauptsächlich aber die eindringenden gelehrten Forschungen von A Büchler über den galiläischen Am Ha-Arez des zweiten Jahrhunderts, durch die ein Helles Licht auf die innere Geschichte des palästinensischen Judentums in jener bewegten Zeitperiode fällt. Endlich gehört noch hierher die Geschichte Israels von Alexander d. Gr. bis Hadrian von A. Schlatter und die Dissertation von D. Spiegel über Titus und Hadrian im Talmud und Midrasch. Endlich der Anfang einer Clavis talmudica, eines talmudischen Reallexikons, von'Michael Guttmann. Vielleicht wird auch die immer eifrigere Beschäftigung mit dem Targunim nicht ohne Einfluß auf dies Verhältnis bleiben. In der Sammlung der Monumenta Judaica hat August Wünsche angefangen, die Targunini zum Patentbuch herauszugeben und zu übersetzen. Wir haben über dieses Unternehmen bereits unsere Meinung ausgesprochen und können auch heute kein anderes Urteil fällen. Die ganze Transkription, die Art der Uebersetzung und der Einleitung erwecken kein besonderes Vertrauen. Indes wird man doch den kritischexegetischen Apparat äbwarten müssen um ein objektives Urteil fällen zu können. Inzwischen hat in der Leitung bereits eine Palastrevolution stattgefunden. Es sind einige Mitarbeiter heraus- und statt deren neue Mitarbeiter — hineingeworfen worden. Für uns wird das Werk wohl kaum von Bedeutung sein, dagegen könnte es, wenn es wirklich planvoll und systematisch durchgeführt wird, für die Erkenntnis der Wissenschaft des Judentums in nichtjüdischen Kreisen immerhin von Bedeutung werden. Ueber das Targum Pseudo-Jonathan in seinem Verhältnis zur apokryphischen Literatur hat A. Marmorstein geschrieben, und eine Konkordanz zum Targum Onkelos verdanken wir E. Brederek.