Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 10 (1907)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 11)
- Language
- German
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st Cs ist erfreulich, daß diese Erkenntnis in denkenden und vorurteilsfreien Geistern bereits anfzudämmern beginnt Bereits haben sich einige christliche Gelehrte zusammengetan, um zunächst ausgewählte Mischnatraktate zu guten übersichtlichen und das Verhältnis zum Neuen Testament beleuchtenden Uebersetzungen herauszugeben. Es. sind die Traktate Joma, Abot und Berachot, sämtlich bearbeitet von dem Herausgeber des ganzen Unternehmens, von Paul Fiebig, erschienen^ Das Unternehmen ist ohne Zweifel ein verdienstliches, wenn auch die Auffassung selbstverständlich eine grundverschiedene von der unsrigen ist. Was Fiebig zum Beispiel über „die Reglementierung des Gebetslebens" sagt, ist vom jüdischen Standpunkt durchaus falsch. Darum darf jedoch die ganze Arbeit doch nicht unterschätzt werden. Erst wenn sie wirklich geleistet ist, wird man die Entstehungsgeschichte des Christentums und das Verhältnis des Talnmds zu dem jungen Christentum unbefangen beleuchten können. Sehr wertvolle Beiträge zu diesem Thema liefert das Buch von B. Kellermann mit seinen beiden Essays über Albert Kalthoffs Soziale Theologie und das Minäerproblem. In dem letzteren widerlegt Kellermann sehr glücklich die vagen Hypothesen Friedländers, von denen ich schon im vorigen Berichtsjahr gesprochen habe. Auch die Talmudübersetzung von L. Goldschmidt, von der im Berichtsjahr der Traktat Baba Mezia und der Anfang von Baba Batrah erschien, wird vielleicht auch dazu beigetragen haben, eine gerechtere Würdigung anzubahnen. Ja, wir erhalten jetzt sogar ein Stück schwedischer Mischna, in der Bearbeitrtng des Abot-Traktats von M. Fernling in Upsala. Die gelehrten Studien von L. dl. Rosenthal über den Aufbau der Mischna werden mit großem Aufwand von kritischer Gelehrsamkeit fortgesetzt. Eine neue Aufgabe des jerusalemischen Talmud von Friedländer hat mit dem Traktat Jebamot begonnen. Zu nennen sind hier noch in diesem Zusammenhänge das Buch von E Collins: The Wisdom of Israel, das wohl den gleichen Zweck verfolgt wie die Uebersetzungen von Fiebig, die Schrift von O. Friedrich über den Christusnamen im Lichte