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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1907-01-01 · 10 (1907) · p. Seite 24

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
10 (1907)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1907-01-01
Page
Seite 24 (sequence 4)
Language
German
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24 als solche unter den gegenwärtigen Verhältnissen hauptsächlich und vor allem von der Universität und von der Akademie ausgeht. Geradezu unbegreiflich aber ist folgendes Mißverständnis: Perles hatte gesagt, daß bei akademischer Pflege der jüdischen Wissenschaft sicher Werke geschaffen würden, „die schon durch die Größe ihres Gegenstandes Interesse erwecken könnten". Dazu bemerkt Herr Professor König: „Der Gegenstand, nämlich das Judentum, wird doch nicht dadurch größer, daß es von einem Universitätslehrer behandelt wird." Sollte man das für möglich halten? Es ist wirklich schwer, gegen eine solche Anschauung zu polemisieren; aber es ist doch leider notwendig, denn sie zeigt uns, wie wenig Verständnis selbst in den sogenannten objektiven Gelehrtenkreisen für unsere Wissenschaft noch immer vorhanden ist. Was folgt daraus? Nichts anderes, als daß wir jeder an seinem Teil und jeder in seinem Zweige unbeirrt und rüstig an dem Aufbau unserer Wissenschaft weiter arbeiten müssen. Von ihr gilt, was Schiller von der deutschen Muse gesungen, in vollem Maße: „Kein Augustisch Alter blühte. Keines Medicäers Güte Lächelte der deutschen Kunst; Sie ward nicht gepflegt vom Ruhme, Sie entfaltete die Blume Nicht im Strahl der Fürstengunst." Auch bei den Großen und Reichen unserer eigenen Gemeinschaft ist sie „schutzlos, ungeehrt". Und so dürfen wir denn mit dem Dichter rühmend sagen: Selbst erschuf sie sich den Wert! Und es ist ein wahres Glück, daß nicht die Professoren der evangelischen Theologie und der orientalischen Sprachen an den deutschen Universitäten die maßgebenden Beurteiler dieses Wertes sind. Wer die Schwierigkeiten kennt, unter welchen die jüdischen Gelehrten arbeiten, wer da weiß, wieviel Vorurteil und Böswilligkeit sich ihnen auf Schritt und Tritt hemmend in den Weg stellt, wie wenig Förderung sie — trotz Eduard König — von irgend einer Seite zu erwarten haben, der wird es zu würdigen wissen, was

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