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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1907-01-01 · 10 (1907) · p. Seite 23

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
10 (1907)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1907-01-01
Page
Seite 23 (sequence 3)
Language
German
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23 Während für Erforschung des Islams oder des Buddhismus alljährlich Beiträge zu Forschungsreisen, Textausgaben oder sonstigen Publikationen bewilligt werden, hat noch keine das nachbiblische Judentum betreffende Arbeit eine Subvention von seiten einer Akademie erhalten, geschweige denn, daß die Akademie sie unter ihre Schriften ausgenommen hätte." Mit dieser Forderung ist König einverstanden, aber er wünscht doch vorher festzustellen, ob wirklich von deutschen Akademien Beiträge zur Förderung von solchen Arbeiten gewährt worden sind, die zur Erforschung des Islam oder des Buddhismus bestimnrt waren; ferner müßte untersucht werden, ob den deutschen Akademien auch solche Werke, die der Erforschung des Neuhebräischen und deshalb .indirekt des Judentums gewidmet waren, mit dem Antrag der Unterstützung Vorgelegen haben. Endlich müßte geprüft werden, ob die vorgelegten Arbeiten würdig waren, von der Akademie unterstützt zu werden. Wir glauben, daß bei einigermaßen gutem Willen jeder über diese drei Bedenken sich rasch und genau informieren könnte. Ohne die geringste Anstrengung wären wir in der Lage, dem gelehrten Herrn Professor sofort eine lange Reihe vorzüglicher Arbeiten anzuführen, deren Bedeutung er selbst anerkennen möchte, und die von deutschen Akademien abgelehnt worden sind. „Die jüdische Wissenschaft wird sich erst dann normal entwickeln können, wenn sie nicht mehr nötig hat, mit tausend Seitenblicken zu arbeiten. Um zu dieser Unabhängigkeit zu gelangen, müßten sich ihr aber erst die Universitäten und Akademien erschließen, wo die Pfleger und Jünger sich ungestört der Erforschung des Judentums widmen könnten. Dann würden auch sicher von jüdischer wie christlicher Seite Werke geschaffen werden, die schon durch die Größe ihres Gegenstandes Interesse und Achtung für das Judentum erwirken könnten und besser als irgend eine Abwehrzwecken dienende Gelegenheitsschrift Verständnis für eine so merkwürdige geschichtliche Erscheinung wecken würden." Auch mit diesen Worten von Perles ist der christliche Theologe nicht einverstanden. Er meint, es fehle ja auch nicht an Gymnasiallehrern oder Beamten, die sich an echt wissenschaftlichen Arbeiten gewissenhaft beteiligten. Das ist sicher richtig, aber auf der andern Seite, wer vermöchte es zu leugnen, daß die Pflege der Wissenschaft

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