Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 60)
- Language
- German
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258 Er wollt' ein frommes Volk verderben — Ergreift ihn! Er mutz sterben!" Da trat der Dichter aus des Volkes Mitte, Und Juda sprach: „Mein König, hör', ich bitte, O richte mich nach deiner edlen Sitte! Bin ich unschuldig, sprich mich rein; Doch bin ich schuldig, ich allein Will dann des Todes sein!" Da sprach der König: „Kann dein Wort die Prob' bestehen. So soll mich's freu'n! Ich wünsche schuldlos dich zu sehen." Und Juda sprach: „Was soll vor meinem Herrn ich sagen? Wie die Beschuldigung zu Boden schlagen! Des Dichters N?und soll ihn anklagen. Vielleicht ist meine Schuld noch zu ertragen! So höre denn: -Bei Gott im Himmel droben, Der deinen Thron und Ruhm so hoch erhoben, TachkemoniLlebte zu keiner Zeit, Und niemals hat Serach Schwarzkohle gefreit! Aus mir heraus Hab' ich's gedichtet, Hab' mir's zum Lustbau aufgerichtet! Ich liebe ja mehr mein Weib und Kind Denn alle, die vor mir gewesen sind; Doch weil mich angeregt der Gegenstand, Schrieb dieses Büchlein meine Hand, Um vor dein Angesicht zu treten. Zu ernten auf deinen Beifallsbeeten; Denn Ruhe aus Mühen schenkt uns die Kunst, Schafft uns bei Grotzen Zutritt und Gunst!" Und dem König und den Herren ringsumher Gefiel des Dichters Rede sehr; Und sie lachten aus Herzensgrund Mit vollem Mund;