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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1906-01-01 · 9 (1906) · p. Seite 257

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
9 (1906)
Article
Der Weiberfeind
Date
1906-01-01
Page
Seite 257 (sequence 59)
Language
German
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257 Zürn Orte, wo die Tugend wohnet. Zur Stätte, wo der „Hohe Vater" *) thronet. Da saß der König in seiner Herrlichkeit, Um ihn die Feldmarsch älle dicht gereiht. Und alle Weisen der Zeit, zu hören seine Lehr', Denn ein Gesandter des Herrn ist er. Zu strafen das Unrecht, zu schirmen das Recht, Zu helfen dem armen Menschengeschlecht. — Hervor nun Serach und der Sprecher traten. Mit tiefer Verbeugung sie dem Herrscher nahten. Und hinter ihnen drein Die Volksmeng', Groß und Klein, In unübersehbaren Reih'n. Und der Sprecher Hub an: „O königlicher Gebieter, Beschirmer von Hoch und Nieder, Tu' auf dein Aug' die Verwüstung zu schauen. Die Serach's Weltbrand bringet den Frauen! Erbarme dich unserer Kinder! Die Menschheit wird täglich minder; Schon Tachkemoni, sein Vater, ließ Schmerz uns erben. Er aber will uns ganz verderben. Und da fand er noch zu seinem Gelichter, Den Schrecken zu mehren, Juda, den Dichter, Den wird vorladen der ewige Richter! Denn scheiden läßt sich, wer einem Weibe gesellt. Verödet ist bald die ganze Welt, Die törichtesten Pläne Erfüllen die Menschensöhne — Herr König! O, erhöre unser Flehen, Und sich're deinem Volk ein Fortbestehen!" Und der König, tieferregt, Der „Hohe Vater" ruft zornbewegt: „Er ist des Todes Sohn! Er sprach den holden Frauen Hohn; *') Anspielung auf Abraham. 17

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