Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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252 Gebettet dich in des Unheils Nacht! Ajala hast du verlangt, Schwarzkohle hast du erlangt! Und hörtest nicht auf deine Lehrer, Warst deiner Würde kein Bewahrer; Bist ab vorn rechten Weg gekommen. Und hast dich wie ein %Ter benommen. *-**■.' Sohn, wer dern Vater widerspricht, Dern ziernet solch ein Strafgericht! Scheker und Kosbi stellten deine Ehre blos; (Ach, hätte ich doch nicht dasselbe Los!) Der Eh'ftand hat dich aufgeschreckt; (Ach, rnir auch hat das Zelt er abgedeckt!)" Und er begann sein Lied und sang: „Weh', Serach! laß uns schrnerzverwandt beklagen die Epoche, Die uns als Sklaven eingespannt, wir zieh'n an einern Joche Und wie die Freunde vollendet ihr Wort, Zerreißen sie ihr Kleid sofort Und streuen sich Asche aufs Haupt; In ihre Klag' stirnrnt Serach, lustberaubt: „Ihr teueren Freunde, übet Gnad'! Zählt rnir nicht vor, was Jugendleichtsinn tat! Sohn Tachkemoni's, schmäht' ich sein Gebot; Der Erste, steh' ich vor Beschämung rot. Des Streits genug Hab' ich vernommen. Was laßt ihr mich zu Wort nicht kommen? Ihr, voll von weisen Lehren, Ihr solltet nicht die Vorwürf' mehren. Habt die Erfahrung ihr noch nicht gemacht? Befällt den Mann ein Unglück in der Nacht, Kein Kund' Tut auf den Mund, Und alle Offenbarung Verschafft ihm nicht Bewahrung! Sein Urteil, wenn der Himmel spricht, Hilst Sinn und Rat und Klugheit nicht. D'rum wollt' das Wort nicht übereilen; Mixturen brauet! vielleicht bin ich zu heilen, Legt an den Verband!