Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 250 (sequence 52)
- Language
- German
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250 Wie wurdest du verstrickt, des Glanzes Sohn, Gestürzt von deinem Himmelsthron, Als lägst du schon im Totenreich, Gefallen, schlechten Männern gleich! Verschwendet ist dein edles Wort, Versunken des Vertrauens Hort, An dir übt dieses Eh'weib Mord. Die Sünde hat in's Unheil dich gedrängt, Denn Mädchen haben Liebe dir geschenkt. Und er begann sein Lied und sang; Freund Serach, Weh', o Weh'! wohin ging dein Verstand? Dein Haupthaar wächst so wild, und deine Kraft doch schwand?] Unglück und Jammer tief gedeih'n auf deinem Land; Dein Sinn ist hin, was kann hier tun der Freunde Hand?" D'rauf nahm Freund Liebmann das Wort und sprach: „Du dichtetest so schon, Da fiehlst du aus den Höh'n, Zerstört ist dein Gebäude, Entfremdet dir die Freunde; Die Pläne verrückt. Dein Leben zerstückt. Dein Jugendglanz gehüllt in Trauer, Das Firmament der Kraft umwölkt von Schauer! Auf Scheker und Kosbi hast du gehört, Dem Worte der Wahrheit den Rücken gekehrt; Der Thorheit treu beflissen. Hast du des Vaters Festung eingerissen. — Ein Mann wie du — weh' daß er fiel. Nun allgemeinen Spottes Ziel. Mein Bruder, ach, mein ganz Gemüt, Ist nun dein Los von Schmerz-, durchglüht!" Und er begann sein Lied und sang: „O Jugend, wie verdunkelt ist dein Sonnenlicht; Laut schreit sie auf ob solchem Schmerzgewicht; Sie rufet: weh'! ihr Tannenwuchs zusammenbricht; Ach, bis zum. Meer erstreckt "ihr Leid die Wurzelschicht; Weh kundige! beklagt den Mann! kommt, säumet nicht! Ihnfesselt Kosbi, löst den Strick nie, den sie flicht; Um Serach weinet! stimmet an das Klagegedicht!