Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 51)
- Language
- German
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249 Des Weibes Mangel muß dein Fleiß gleich machen. Du mußt sie behüten und treu bewachen. Und schaW du nicht, was ich will, in's Haus, Dann bleibst du vor der Türe drauß'. Und das ist noch wenig! Werd' ich erst Mutter werden. Dann kommen erst die Hauptbeschwerden! Dann lassen meine Verwandten und Brüder An deinem gedeckten Tische sich nieder Auch ungeladen. Verzehren sie täglich deinen Braten. Daß dann es der Wartfrau ja nicht fehlt An Brot und Fleifche, ausgewählt! Hält' eine Amme auch bereit; Was man herbeischafft, das schafft sie beiseit'. Auch für die Mägde mußt du Geld erschwingen. Der Kinder Unrat fortzubringen. Denn ich befaß' mich nicht mit solchen Dingen." Und Serach stürzt der Länge nach zur Erde; Sein Leben wird ihm zur Beschwerde; Und er erneuert die Klage Um seine goldenen Jugendtage! Denn, ach: so jung er noch war. In einer Nacht war gebleicht sein Haar! — Und er begann sein Lied und sang: „O staunet und weint! Ein Jüngling erscheint In schnellgebleichten Haaren, Als Greis von achtzig Jahren! O schwärzeste Nacht, die weiß ihn gemacht; Die schwarzen Tauben entflogen. Die weißen sind eingezogen!" — ... Als nun die drei Freunde vernommen. Was über den armen Freund gekommen. Da eilen sie fort Von ihrem Ort, Zu bringen ihm ein tröstlich Wort. Doch wie sie ihn seh'n, sie kennen ihn nicht. So schrecklich entstellt ist sein Angesicht! — Und Gottesgab' nahm das Wort und sprach: