Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 238 (sequence 40)
- Language
- German
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238 Ein Sgcmg ist ohne Weib, ein Schiff ja ohne Mast Ein liebes Weib ist Eh'manns .Krone, Das schönste Los beut sie zürn Lohne. Arn Tag der Leiden, In Winters Zeiten Wird sie, ein Panzer, ihn umkleiden. Ein Stab dem Bettler, tief gebückt. Ist sie's, die Königs Hallen schmückt. Du schliefst, beschirmt von ihren Blicken; Du wachst, ihr Wort wird dich entzücken; Bei ihr ruht sicher dein Gemüt — Ob solch ein Glück dem Hagestolzen blüht? — Und du, in Einsamkeit, voll Schauer; Verschwendest hier die Lebensdauer? Sieh' nur die Schwalbe dort im Nest, Wie feiert sie ihr Liebesfest! Und Alles, tzas da lebt und webt. Der Mensch, das Tier, nach Liebe strebt. An dir vorüber. Paar an Paar, Zieht treu vereint der Wesen Schaar, O Sohn, tritt du auch in die Reih'n, Laß dir mein Wort gefällig sein; Dich, den ich liebe, treubeseelt, Hab' ich zum Frauenhort erwählt. Vermähl' dich! Silber sei und Gold Aus zweien Händen dir gezollt; Einstweilen nimm hier, unbedingt. Dies Wenige, was mein Herz dir bringt!" Doch Kosbis Worten, in Falschheit ergossen. Bleibt Serach's Herz und Ohr verschlossen; Heb' dich hinweg von diesem Lande, Ruft er, du Ausgeburt der Schande, Hörst du es nicht? Komm' nimmer vor mein Angesicht! „Anmut ist falsch und Schönheit Trug!" Was heuchelst du und häufest Lug? Fern von mir seien diese Dinge! Des Vaters Ausspruch acht' ich nie geringe;