Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 237 (sequence 39)
- Language
- German
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Mit Gottes Namen treibst du Spiel! Und zähltest du dich zu dein Seherorden, Dann ist der Spruch zur Wahrheit worden. Daß, seit der heil'ge Tempel Liegt verheeret. Die Prophetin den Narren sich gewähret!" — Und er begann sein Lied und sang: „Seht nur den Greis! bestrebt, die Herzen der Menschen Zu quälen! Siehst du den Bart, du glaubst, nur Tugend muss' ihn beseelen Glatt ist sein Mund, doch drinnen sind nimmer die Dolche zu zählen". — Und Kosbi stand hinter der Tür Und lugte herfür. Und wie sie nun vernimmt. Wie übel er gestimmt. Sie beide verschmähend. Auf seinem Sinne bestehend. Da spricht sie zu sich: „Es ist verfänglich. Der Mann scheint keinem Weib zugänglich! Wie beb' ich bei dem Gedanken, Daß meine Pläne wanken! Was sagt' ich denen, die mich gesandt? Ich legte an mich selbst die Hand! Gleich Achitophel*) wollte ich lieber sterben. Eh' meine Ratschlag' verderben!" Worauf sie dem Gatten Scheker befahl- Zu bringen Gold und Silber ohne Zahl; Beladend zehn Kameele, Gab ihren Mädchen Befehle: „Zieht vor mir her, uns Sieg zu verschaffen! Gott hilft ja nicht blos durch eiserne Waffen!" — Sie aber trat Zu ihm in den Myrtenpfad, Und sie begann ihr Lied und sang: O Jrrländer, was läufst du Schatten nach in Hast? *) Freund Davids.