Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 38)
- Language
- German
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286 Bis in das Alterturn hinauf, Jst's nicht derselbe Lebenslauf? Und du, dem Vorzug nur gebühret. Der, wenn er will, die Schönste führet, Auf den, mit schmachtendem Entzücken, Die Mädchen rings im Lande blicken, - Von dir wird jedes Weib verschmäht! Wird nicht durch's Weib der Mann erhöht? Den Mann macht groß der Ehestand; Des Hauses Ruf mehrt sich im Land; Einsetzet ihn die Frau als König, Macht Glanz und Pracht ihm untertänig. Zu seiner Pflege hat sie Gott bestellt — Abram bekam durch sie viel Gut und Geld, Nun Sohn, verachte nicht das edelste Metall — Versuch' es nur einmal!"-- Doch Serach hoch und teuer schwur: „Ich tret' nicht in des Teufels Spur! — Die Schuld bleib' ewig eingegraben, Wird je ein Weib zum Narr'n mich haben! — Fern von mir soll Vergebung weilen, Werd' ich mit ihr mein Lager teilen! — Daß fie im Staub das Bett mir machten! Wollt' lieber im Freien übernachten! Dies holde Zelt schließt Glück mir. ein; Hier ess' ich froh mein Brot allein! Will wissen nichts von Kinderzucht! Wär' Strafe für meine Sündenfrucht! — Kein Seher soll den Sinn mir wenden; Drum wolle weiter kein Wort verschwenden! Ich kenne, was die Weisen schreiben: „Der Lüge sollst du ferne bleiben!" — — Willst junge Leute du betören. Geh' in die Wälder zu den Bären! — Wenn nur dein Bart mich scheu nicht machte, Ich zeigte, wie ich dich verachte; Denn Lug bringst du an diesen Ort, Und rätst mir unvernünftig Wort. Der Geist sagt mir, du taugst nicht viel.