Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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284 Und sie begann ihr Lied und sang: „Hellstrahlender, mit dir sei Gott, erleuchte deine Sonne! Schönblühender, o bringe Frucht! dein Heldenstamm trag' Wonne!" „Gott schenke dir ewig Heil Auf diesem herrlichen Teil, Der Brot uns möge reichen. Und Männer, deines Gleichen!- Mein Herr! ein Mann wie du sitzt hier allein? Will fern der ganzen Menschheit sein? Wo ist die Schäferin, dir gegenüber? Was wohnst so einsam du, mein Lieber? Willst du nur Dorn und Disteln finden? Schmückt's nicht den Mann, ein Haus zu gründen? Fällt dir der Vers nicht bei: „Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei, Ich geb' ihm die Gehilfin, daß er zu zwei'n sei?" Und jenen Satz auch leugnet keiner: „Zwei besser sind, denn Einer!" — Da sprach er: „Umsonst nicht Kos bi heißest du. Als Trägerin dich erweisest du. Und schlechtesten Rat anpreisest du! Wen lieb hat der Herr, den führt er allein; Kein Mißgeschick kehre bei ihm ein. Behüt mich Gott, daß ich dies schöne Erbe Durch eine falsche Freundin mir verderbe!" — Und wie sie nun aus der Mundespforte, Dem Lügenhorte, Noch fördert viele Worte, Da kommt der Alte, wie ohngefähr. Wie Rauch durch's Fenster schleicht er einher. Ermüdet von des Weges Mühen — Ihm reicht der Bart bis zu den Knieen, Der Art, daß er. Bald drüber gefallen wär! — So kommt er gegangen, der Schiefe, Unheil in seines Herzens Tiefe; Er krümmet den Rücken Und sinnet auf Tücken,