Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 9 (1906)
- Article
- Der Weiberfeind
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 32)
- Language
- German
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230 Es löse die Verkettung, Schaff' uns vor seinen Plänen Rettung. Gold stürzt ja Fürsten vorn Thron Und jagt sie auf und davon; Durnrnköpfen gibt es Verstand, Deckt Mangel rnit seinem Gewand, Macht Riesen zu Zwergen, Gerechte zu Unrechts Schergen; Macht eben das krumme Tal, Befestigt Schlingen an seinem Pfahl, Macht Blinde sehend, Taube hörend. Den Göttern und Menschen Lust gewährend—" Und sie begann ihr Lied und sang: „Ich sprach: wem Glanz? wem Würde? da riefen sie: Herrn Goldmann! Groß steht der reiche Narr da, und was er wünscht, das — zollt man!" — Seht, Schwestern, Freundinnen, Das ist die Beute von meinem Nachsinnen, So sollen wir's klug beginnen! Die Jungfrau zur Rechten, das Gold zur Linken — Da muß der Sieg Wohl bald uns winken!" — Da sprachen die Andern: „wir geben, was du willst. Damit du siegest, damit du das Werk erfüllst!"- Doch unterdessen £>at Serach des Vaters nicht vergessen; Sein heilig Wort, Der Fromme befolgt es fort und fort. Bis sich erfüllte sein Mißgeschick — Zur Erde sank sein herrlich Glück! — Einst als er im Dunkel schlief. Da war's als ob eine Stimme rief. An ihm vorüber strich ein Schemen, Und schauerlich ließ sich's vernehmen: Leichtsinniger! jetzt blühend, ist dir die Frucht geborgen? Schläfst sorglos, als ob immer dem Gestern gleich das Morgen?" Erschrocken fährt er auf vom Schlaf,